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05.05.2010 02:54 Uhr

Bücher schreiben - das kann ich auch

„Was Dieter Bohlen kann, das kann ich auch", sagte Andreas Ilch einmal in lustiger Runde und fing an Bücher zu schreiben. Bereits in der Schulzeit entwickelte sich sein Interesse für Gedichte und Ilch versuchte sich seither an Reimen für verschiedene Anlässe. Aber erst, als er vor 10 Jahren seine Frau kennenlernte und von ihr inspiriert wurde, intensivierte sich sein Tun.

Die vielen Gedichte fasste er später in ein von ihm selbst gebundenes Buch zusammen
und schenkte es seiner Frau zum Jahrestag. In neun Jahren hatte Ilch an die dreihundert Gedichte verfasst, genug Material für ein Buch. Mit einer Auswahl von rund einhundert Gedichten entstand eine sehr persönliche Hommage an die Liebe zu seiner Frau.

Gleichzeitig las er in einem Zeitungsartikel über die Frankfurter Buchmesse, dass erotische Bücher im Kommen seien, und hatte eine neue Buchidee. Mit einem Erotik-Krimi wollte er einen Kontrast zum Gedichtband setzen und war überrascht, mit welcher - überwiegend positiven - Resonanz unterschiedlichste Leser/innen auf das Buch reagierten.

Dies und die zahlreichen unterstützenden Worte seiner Bekannten und Freunde haben ihn veranlasst weiterzuschreiben. Er verfasste zwei weitere Bücher über Abgründe des Lebens.

Ilchs neuestes Buch ist ein Erotikthrillers mit dem Titel „Hate". Zum Inhalt seiner Geschichte, die die moralischen Abgründe von Begierde, Geld und Erotik aufzeigt:

Tessa, 17-jährige Tochter aus reichem Haus, verliebt sich und wird schwanger. Doch Volker, ihr Freund, ist der Familie nicht gut genug. Ein Konstrukt aus Lügen und Verleumdungen ihres Vaters lässt sie an seinen Tod glauben. Ihr ungeborenes Kind verliert sie unter mysteriösen Umständen. Sie glaubt das perfide Spiel durchschaut zu haben und fortan bestimmt ein abgrundtiefer Hass auf ihre Eltern ihr Sein. Als ihre Eltern 20 Jahre später bei einem Autounfall ums Leben kommen, erfährt sie, dass Volker noch lebt und von den Umständen seines Verschwindens. Weil sie glaubt, dass er an dem hinterhältigen Machwerk mitgewirkt hat, fokussiert sich ihr Hass nun auf Volker und als sie ihn wiederfindet, weiß sie die menschlichen Begierden für sich zu nutzen und verführt Volkers Frau und dessen Sohn. Ihr eiskalter Wunsch nach Vergeltung bringt die damalige Jugendliebe in höchste Gefahr.

Leseprobe:
Sie lag in der Mitte eines Feldes voller Lavendel. Die warme Luft und der beißende Geruch schnürten ihr die Kehle zu. Soweit sie blicken konnte, wogte um sie herum ein lilafarbener Ozean, der sich in endlosen Wellen kräuselte, wenn der Sommerwind darüber strich und ihr die Sicht auf einen mit einzelnen Wolken durchzogenen, strahlend blauen Himmel verwehrte.

Eine seltsame Spannung hing in der Luft, sie war nackt und in atemlos erotischer Erwartung. Das Rascheln im Hintergrund bewegte sie, sich mit dem Oberkörper aufzurichten, im Wissen, wer dort stand und sie beobachtete. Marias Gesichtszüge waren betörend, als sie wortlos auf sie zukam, die Arme entgegenstreckte, sich anschließend zu ihr hinunter beugte und das Bein angewinkelt gegen ihr Lustzentrum presste.

Elvira fühlte ihre Lippen und die feuchtkühle Erde auf ihrer Haut, als Maria sie sanft niederdrückte. Sie hielt den Atem an, als Maria langsam ihren Kopf senkte und schloss die Augen, in Erwartung ihres Mundes auf dem weichen Platz zwischen ihren Beinen. Mit einem Ruck wachte Elvira schweißgebadet auf, kurz bevor Marias Lippen sie berührten. Mit einem kurzen Blick über die Schulter stellte sie fest, dass Volker nicht neben ihr lag, vermutlich die ganze Nacht nicht ins Bett gekommen war.

Minuten vergingen, bis ihr rasender Herzschlag und ihr flacher Atem sich wieder normalisierten. Sie konnte die Erregung förmlich spüren, so wirklich hatte sie den Traum empfunden. Da war aber noch etwas anderes. Letzte Nacht hatte sie immer wieder versucht, sich ihrer Gefühle klar zu werden und ein Rest an Loyalität gegenüber Volker hatte sie in ihren Handlungen eingeengt. Die in ihr wachgerufene exzessive Leidenschaft machte Elvira Angst und erinnerte sie an den Zwiespalt, einerseits Scham empfunden und anderseits die köstliche Lust dankbar angenommen zu haben.

Letztendlich rechtfertigte sie ihr Tun mit dem seinen, hatte sie doch regelmäßig den Verdacht, dass er sie seit Jahren betrog. Eine bestimmte Art der Berührung, die erotische Betonung bestimmter Wörter und Elvira war bereit, Dinge zu tun, die noch vor einer Woche jenseits jeder Vorstellungskraft gewesen wären. Irgendwie hatte sie aber auch das Gefühl, von Maria wie eine Marionette bewegt zu werden.

Unklar war auch, ob Maria begriff, wie wichtig ihr die Erlebnisse waren und, dass die große Gefahr bestand, dass sie sich hemmungslos in Maria verliebte. Marias diabolischen Blick hatte sie nicht bewusst wahrgenommen. Erst jetzt, die letzten Stunden Revue passieren lassend, fiel ihr der Blick wieder ein, der für einen Moment das Gefühl der Angst verursacht hatte, durch die Leidenschaft Marias aber gleich wieder verdrängt worden war.

Während sie sich an die vergangenen Tage erinnerte, spürte sie wieder das Ziehen im Bauch. Ihre Hand glitt an ihrem Körper entlang, um ein Feuer zu entfachen. Sie fühlte sich schwerelos, unaufhaltsam kleine Wellen der Lust bemächtigten sich ihres Körpers. Elvira gab sich dem Gefühl hin, unterstützte mit ihren Händen ihre Empfindungen, bis zur Erlösung.

Lächelnd und atemlos schaute sie an die Decke. Die Dämme waren gebrochen, Maria war nur Mittel zum Zweck gewesen, um sie aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und dennoch wünschte sie sich nichts sehnlicher, als sich neben sie zu legen und ihre Nacktheit zu spüren. Ob der Intensität der Berührungen war sich Elvira sicher, dass sie sich nie mehr mit Geringerem zufriedengeben würde.

Verkatert wachte Volker auf, benötigte einen Moment zu verstehen, warum er im Wohnzimmer im Sessel saß und die Bierflasche und die Fernbedienung auf dem Boden lagen. Die ungewohnte Stellung hatte sich negativ auf den Bewegungsapparat ausgewirkt. Nur mit Mühe und nicht ganz schmerzfrei drückte er sich aus dem Sessel hoch. Sein Schädel brummte, wegen des unüblichen Bierkonsums. Wann und ob Elvira nach Hause gekommen war, hatte er nicht mitbekommen, sah aber nach einem Blick aus dem Küchenfenster das geparkte Auto in der Einfahrt stehen und wunderte sich, dass sie sich klammheimlich ins Haus gestohlen hatte.

Er setzte Kaffee auf, schlurfte zur Gästetoilette und spritzte sich Wasser ins Gesicht. Anschließend schmierte er zwei Brote, belegte sie mit Wurst und Käse, setzte sich an den Tisch, schaufelte die Brote ohne Genuss hinein und schlürfte heißen Kaffee hinterher. Zehn Minuten nach sechs Uhr, ich muss mich beeilen. Der letzte Arbeitstag, nächste Woche habe ich Urlaub.

Er freute sich mit Elvira allein sein zu können und es wurde Zeit, dass sie sich intensiver unterhielten. Die miese streitsüchtige Stimmung in den letzten Tagen muss ein Ende haben, unsere Ehe ist gefährdet. Erst recht, wenn es zu solch einer Eskalation wie in der vergangenen Nacht kommt und sie bis in die späte Nacht wegbleibt. Wo wird sie wohl gewesen sein? Sie hat keine Freundin, keine Geschwister, nur ihre Eltern. Oder hat sie jemanden kennengelernt?

Volker vertraute Elvira, dennoch beschlich ihn ein komisches Gefühl, dass sich ihre Beziehung veränderte und das nicht zum Positiven. Er schlich die Treppe hinauf, ging ins Schlafzimmer, vorsichtig, um sie nicht zu wecken, nahm seinen Anzug, eine Krawatte, ein frisches Hemd und zog sich im Bad an. Ein letzter Blick auf Elvira, die mit geschlossenen Augen und einem zufriedenen Lächeln halb aufgedeckt im Ehebett lag. Sie war eine schöne Frau und er begehrte sie, wünschte sich Zärtlichkeiten, Zeit für gemeinsame Erkundungen. Es gab so viel, was er ihr hatte geben wollen.

Warum sperrt sie sich bloß gegen alles in ihren Augen »Unnormale«? Elvira hatte ihn hereinkommen gehört und sich schlafend gestellt. Sie war nicht stolz, dass sie ihm Hörner aufsetzte und dennoch heiligte die Erkenntnis, endlich für vergangene Frustrationen entschädigt worden zu sein, die neue Versuchung.

Buchtitel: Hate, ISBN:978-3-941930-12-4, Paperback, 154 Seiten, 13,5 x 21 cm, 11,90 Euro

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http://www.asaro-verlag.de  

05.05.2010 Bernhard Wiesbeck

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