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16.02.2010 13:11 Uhr

Der Plural von Wörter ist Buch

Jörg Jauernig. Was soll man sagen? Er sagt es mit Worten. Verwirrend - klar - verschleiert. Grundsätzliche Fragen zu Alltäglichem. Stellungnahmen. Ein Konstrukt an Wörtern, aneinandergereiht, übereinander und untereinander. Ein Konzept das sich entwickelt. Klar ist in seinem Buch mit dem Titel: "Ein Buch voller Wörter" nichts oder vielleicht zu klar, so klar, dass man die Realität erkennt, die man zu kennen verweigert.

 

Anders sein bedeutet: bereit sein ohne Konsum zu leben. Denn Konsum setzt Verständnis voraus, eine allgemeine und verständliche Darstellungsweise. Da fliegt das Wort Entropologie durch den Raum, das Jauernig als ein Vermischen von Wörtern, Sinn und Sinngebung benutzt.

Jörg Jauernig hat ein Buch geschrieben, das er mit Wörtern gefüllt hat. Ein Netzwerk von Realem und Missbrauchtem strömt auf den Leser ein. Alltägliches wird an Orte gezerrt, an dem es scheinbar nichts verloren hat und alles sucht in sich selbst nach dem Sinn im Chaos.

Es klingt verwirrend, das will es aber nicht. Das Buch will aufklären, ja sogar genau erklären in welcher Welt wir eigentlich leben. Er will grausam sein, zu jedem genau so grausam, wie zu sich selbst. Er gibt vor zu sehen, wie jeder sehen sollte. Doch man verweigert sich nur all zu gerne Jauernigs Wahrheit.

Wortspiele, Veränderungen und Abwandlungen reihen sich aneinander, sprengen Normen des normalen Denkens. Es sind furchteinflößend wenig Worte. Der Lesefluss dennoch erwünscht.

Ein erschreckend ehrliches Buch für Mutige.

Foto: Jörg Jauernig

EIN BUCH VOLLER WÖRTER von Jörg Jauernig, 2009/2010
45 Seiten + Platz für eigene Notizen.
Vom Fachmann handkopiert und mit Liebe gebunden für 6,99 €
Erschienen bei Edition PaperONE

Info: http://pentachoron.org/  

15.02.2010 Bernhard Wiesbeck

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