Das ist wieder so ein ganz besonderer Coup, den nicht zuletzt das feine Gespür und beherzte Engagement von Ingrid Mössinger eingefädelt hat. Die agile Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz scheint die „Wiege des deutschen Maschinenbaus" zunehmend zu einem herausragenden Treff für Kunstfreunde aus aller Welt zu erweitern.
Mössinger trifft dabei auf optimale Unterstützung etwa durch die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und deren Kulturbürgermeisterin Heidemarie Lüth oder Prof. Dr. Martin Roth, den Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden - quasi das sächsische Landesmuseum, und Dr. Moritz Woelk, dem Direktor der Dresdner Skulpturensammlung.
Ingrid Mössinger versteht es immer wieder in beeindruckender Weise, viele Große der Kunst zusammenzubringen und dann in solchen Runden außergewöhnliche Ideen zu entwickeln. Die dann auch noch realisiert werden. Chemnitz und ganz Sachsen profitieren davon - ebenso aber auch alle Museums- und Ausstellungsbesucher.
Die neue Dauerausstellung „Gotische Skulpturen in Sachsen" findet im Schlossbergmuseum optimale konservatorische und museale Bedingungen. Das ehemalige Benediktinerkloster mit seiner Kirche im spätgotischen Stil wurde deshalb als ideale Heimat für dieses gemeinsame Unternehmen der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Kunstsammlungen Chemnitz ausgewählt.
Die Gotik verbindet Kunst und Kirche in besonderer Weise und intensiver Form. Das Schlossbergmuseum der Kunstsammlungen Chemnitz vermittelt den Besuchern somit auch hautnah und ungemein lebendig neben der Schönheit auch die religiöse Bedeutung der Werke und ihre Funktion in Gottesdienst und Gebet.
Die in kostbaren Farben gefassten Darstellungen von Christus, Maria und den Heiligen sind beredtes Zeugnis des religiösen Lebens seit dem Mittelalter und der sächsischen Geschichte. Der wirtschaftliche Aufschwung durch Bergbau und Handel besonders seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ließ viele reich mit Altären und Andachtsbildern ausgestattete Kirchen entstehen. Um 1500 wurde Sachsen eines der wichtigsten Zentren kirchlicher Kunst im deutschen Reich, geprägt von Meistern wie Peter Breuer oder dem „Meister H. W.".
Die Ausstellung „Gotische Skulptur in Sachsen" vereint 65 herausragende Kunstwerke aus dieser Schaffensepoche. Darunter unter anderem das berühmte Heilige Grab aus der Chemnitzer Jacobikirche und die Madonna aus Otzdorf. Die Vielfalt und Qualität der Sammlung ermöglicht einen packenden und zugleich überaus aufschlussreichen Überblick über die gotische Schnitzkunst Sachsens.
Weitere Informationen unter www.kunstsammlungen-chemnitz.de
H.G.