Peter H. Kalb hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Ursachen ans Licht zu bringen, ihre abstrakte Form herauszufiltern und sie durch seine Bilder, über ihre Erscheinungsform im Körperausdruck, begreifbar zu machen. Das, was ihm gelungen ist freizulegen nennt er Archetypen, weil er darin kollektive Strukturen des Unbewussten erkennt, die bereits Menschheitsgeschichte geschrieben haben.
So hat ein ganzes Volk die Entscheidung getroffen sich von Ihren „Grenzen zu befreien" und Peter H. Kalb nahm dies zum Anlass die Skulptur „09.Nov.1989" an einem der Originalschauplätze zu installieren, unter Mitwir-kung von Prof. Eugen Gomringer, von der staatlichen Kunstakademie Düs-seldorf, der das Gutachten für die Skulptur schrieb. Standort ist der Haupt-bahnhof in Hof/Saale, wo damals die ersten Züge aus der Prager Botschaft eintrafen, als die innerdeutsche Grenze fiel.
Peter H. Kalb erinnert sich: „Als die Züge damals in Hof eintrafen, stand ich am Bahnhof und erlebte, was es bedeutet, wenn der Mensch sich von seinen Grenzen befreit, welche Emotionen das auslöst und welche Energie das freisetzt. Ich war überwältigt und gleichzeitig fasziniert".
Das Jubiläum in diesem Jahr feiert er mit der Auflage von 20 handgefertigten Skulpturen - für jedes Jahr eine - angelehnt an das Original in Hof, mit der Ergänzung des Körperausdrucks.
„Es war mir ein besonderes Bedürfnis, dieses Jubiläum mit einer Skulpturen-edition zu ehren", so Peter Kalb. Für jede seiner Skulpturen im öffentlichen Raum, sucht er solche Beispiele aus der Menschheitsgeschichte, wo der Titel der Skulptur und die Geschichte des Standortes von einem kollektiven Potential erzählt, das dem Menschen zueigen ist und ihn daran erinnert, dass jeder den Lauf der Geschichte mitprägt, durch sein persönliches Streben.