Seine Bescheidenheit, ja sein geradezu britisches Understatement scheint eines der Geheimnisse seines Erfolgs als Mental-Fitness-Coach für Führungseliten zu sein. Hubert von Brunn ist eine Ausnahmeerscheinung in dem Geschäft mit der persönlichen Beratung von Wirtschaftsbossen, Spitzenpolitikern und anderen Leistungsträgern.
Sein Schlüsselwort ist Authentizität. Seine eigene und die seiner Klienten. Der Mann ruht vollständig in sich und evoziert wie selbstverständlich ein tiefes Vertrauen. Dabei lässt er jede Form von Eitelkeit und Besserwisserei vermissen. Seine Tugend ist das Zuhören, die vollständige Konzentration auf sein Gegenüber.
"Seien Sie nicht Sklave des Zeit-Mangels, sondern Meister der Zeit-Fülle" hat er vor kurzem in seinem Blog geschrieben.
Jetzt, da ich ihm gegenüber sitze, und er mir das Gefühl vermittelt, ich sei in dem Augenblick der wichtigste Mensch für ihn, erschließt sich mir die wahre Bedeutung dieses Satzes. In der Zeit, die er für mich reserviert hat, genieße ich seine volle Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Welch eine erstaunliche Ausnahme in unserer unkonzentrierten Welt der Geschwätzigkeit, in der Multitasking zur enervierenden Untugend geworden ist.
Und wenn er dann spricht, spürt man die Lebenserfahrung eines Kosmopoliten, der bildhaft und mit Empathie aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen kann. Der - obwohl doch eigentlich fremd - Freund, Vertrauter, Weiser und Disputationspartner ist und sich intuitiv auf die Themen seines Gegenübers einlässt.
Jetzt verstehe ich, warum das Gespräch mit Hubert von Brunn eine gänzlich andere Dimension der Kommunikation bedeutet, wie er einen mitnimmt in seine Erfahrungswelt, der offensichtlich nichts fremd ist: die Höhen und Tiefen von Menschen, die im Mittelpunkt stehen, die enormem Leistungsdruck ausgesetzt sind, immer "funktionieren" sollen - und dabei doch in erster Linie Individuen sind mit Stärken und Schwächen, Sehnsüchten, Befindlichkeiten und Visionen.
Von Brunn kennt dieses Spiel von Macht und Konkurrenz, Entscheidung und Kompromiss, Bedürfnis und Notwendigkeit aus eigenem Erleben. Er war selbst in Führungspositionen, hatte Verantwortung über viele Mitarbeiter, hat als Chefredakteur und Publizist Meinung gemacht und musste dabei auch mit öffentlicher Kritik umgehen. Von diesem Fundus eines intensiven und bewegten Lebens profitieren heute seine Klienten.
Auch ich sehe nach dieser neunzigminütigen Begegnung die Welt und die Menschen mit anderen Augen - und über mein Selbstbild werde ich sicher noch weiter nachdenken. Wer kann das schon nach nur einem Gespräch von sich behaupten? Ich spüre eine ungekannte Kraft und Lebensfreude und bin sehr dankbar für diese Begegnung mit Hubert von Brunn.
Lars Thöne
BerlinBoxx - Die Woche
(29.11 - 05. 12. 2010)
www.vonbrunn-coaching.de
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