08.02.2010 21:34 Uhr

Deutschland sucht den Supergauner

Foto: RTL
Da geht man brav zur Schule, studiert, macht eine solide Ausbildung und versucht einen anständigen Schwiegersohn abzugeben. Man lässt sich nichts zu Schulden kommen und weicht allen Schwierigkeiten aus. Man versucht zu gefallen und es allen Recht zu machen. Das alles mit dem Ergebnis bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar" von Dieter Bohlen als Langweiler betitelt zu werden, mit dem zynischen Anhang; „Die wollen wir hier nicht." Dann schon lieber einen Gauner.

Wir sprechen hier vom 22 Jahre alten Menowin Fröhlich (zweiter von links unten), offiziell arbeitsuchend aus Darmstadt und dem 30. jährigen Helmut Orosz (links unten) Musiker aus Braunschweig. Fröhlich war unter anderem wegen Scheckbetrugs und Körperverletzung zu 2 Jahren Haft verurteilt. Er flog deshalb schon mal aus einer DSDS Staffel. Orosz gab Drogenmissbrauch zu, bekam wegen Steuerhinterziehung ein Jahr auf Bewährung und zweieinhalb Jahre Haft, weil er seine Freundin geschlagen hat, die er im Bett mit einem Anderen überrascht hatte.

Es ist nicht fair und es ist ungerecht, Menschen für vergangene Taten, für die sie bereits gebüßt haben, für den Rest des Lebens zu bestrafen. Jeder macht Fehler und keiner würde den ersten Stein werfen können. Ist aber eine kriminelle Vergangenheit notwendig um eine außergewöhnliche Performance abzuliefern? Sieht man auf der Bühne das erlebte Leid, das sich dort auf eine gefühlvolle Performance auswirkt?

Bis jetzt stehen ja die Kandidaten unter dem Schutz einer Jury. Es ist nur fair genug, wenn man alles über die Kandidaten erfährt. Entscheiden wird der Zuschauer, der später ja auch die CDs und die Eintrittskarten kauft. Rebellen sind im Showgeschäft gefragt, meistens weil sie sich von Leben schon eine Meinung gebildet haben und diese nach außen hin vertreten. Wer will schon einen langweiligen Alltag ohne Ausraster vorgetragen bekommen.

Fazit: Wer nichts macht, macht nichts verkehrt. Nur wer eine interessante Geschichte zu erzählen hat, bekommt Aufmerksamkeit. Und wer authentisch ist gewinnt.

08.02.2010 Bernhard Wiesbeck

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