Sido als Mittel zum Zweck
Egal mit was man die Massen bewegt, solange man sie bewegt. Sido (29, bürgerlich Paul Hartmut Würdig) ist ein deutscher Skandal Rapper. Seine provokanten Texte mit aggressivem, lakonischen Unterton haben zu manchen Absagen für öffentliche Auftritte geführt. Dennoch bewegt er eine große Schicht an Jugendlichen, die gegen das Establishment rebellieren. Jetzt ist er für den Adolf-Grimme-Preis nominiert, eine der renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehsendungen in Deutschland.
Sido (Abkürzung für: super-intelligentes Drogenopfer) trug in Anlehnung an Ghostface Killah, einem amerikanischen Rapper, eine silberne Totenmaske um seine Identität zu verschleiern. 2005 nahm er beim Auftritt im Bundesvision Song Contests seine Maske ab. Seitdem kämpft er um sein Image als Bösewicht.
Seine Fernsehpräsenz speziell im Umfeld von Stefan Raab TV total und Wok-WM nahmen zu. So moderierte Sido 2007 zusammen mit Johanna Klum und Collien Fernandes die Verleihung des Musikpreises Comet in Köln und zusammen mit B-Tight die MTV-Show Urban TRL. Sido war Jurymitglied in der siebten Staffel der Castingshow Popstars.
Sido brach einst seine Ausbildung als Erzieher ab. 2009 knüpfte er mit der Sendung „Sido geht wählen", in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für politische Bildung daran an. Sido sprach mit Politikern aller Parteien, darunter Renate Künast von der Partei Bündnis 90/Die Grünen und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, und ließ sich erklären, warum er zur Wahl gehen soll und wofür die einzelnen Politiker und Parteien stehen.
Zu der Nominierung sagte er: „ Ich habe mir extra Mühe gegeben, in der Sendung nicht so „Grimmig" zu schauen und zu sein. Aber ich bin von Natur aus wohl „Grimmig" genug für den Preis. Allen Beteiligten vielen Dank für die Möglichkeit, diese Sendung zu machen."
Jetzt ist der schlechte Ruf endgültig dahin. Ob er im Nachhinein den Preis am Ohr tragen wird, zur Rehabilitierung bei seinen Fans.
06.02.2010 Bernhard Wiesbeck
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