Dieser Monolog spiegelt den ebenso unerschöpflichen, wie unerklärlichen Einfallsreichtum erwachsener Menschen in der Demonstration ihrer Macht gegenüber ihnen Schutz befohlenen Kindern. Er spiegelt die Indifferenz einer Mutter gegenüber den beiden Söhnen, denen sie das Leben geschenkt hat. Er gibt eine Ahnung vom Wegsehen der Nachbarn, Lehrer und Bekannten auf dem Land. Er ist aber auch die Stimme eines Mannes, der heute - in seinen 40ern - laut darüber nachdenkt was ihm passiert ist und welche Auswege er sich als Kind, als Jugendlicher und als junger Mann gesucht hat.
Man wird sich im Laufe dieses Abends vielleicht wünschen, das Vergessen hätte sich dieser Kindheit angenommen und diese Person müsste nicht öffentlich seine Erinnerungen herauf- und herauswürgen. Das alles will niemand hören, nicht in dieser epischen Breite, die doch nur Auszug sein kann. Worüber man nicht spricht, das war nicht.
Es war und heute spricht wer darüber und es ist und schreibt sich auf die eine oder andere Weise fort - in den Biografien der Beteiligten und denen ihrer Nachkommen.
von Annett Büchenbacher in Zusammenarbeit mit Johann Camut
Es spielt: Matthias Horn, Uraufführung: 07.01.2011 (um 20 Uhr), Weitere Vorstellungen: 08.+09. Januar, 13. bis 16. Januar und 19. bis 23. Januar (jeweils 20 Uhr), TISCH - Theater im Schokohof, Ackerstraße 169/170, Berlin/Mitte
Reservierungen unter: tickets@tisch2009.de oder 030 - 441 00 09