Getanzte Liebestragödie: Leipziger Ballett nimmt „Romeo und Julia“ wieder auf
Foto: Andreas Birkigt
Leben. Liebe. Tod. Wie kaum ein anderer Stoff hat Shakespeares Tragödie „Romeo and Julia" seit ihrer Uraufführung 1597 Generationen von Künstlern zu Bearbeitungen inspiriert. Ob Literatur, Film oder Oper - jede Kunstgattung setzt sich bis heute mit der Tragödie der Liebenden von Verona neu auseinander.
Besonders im 20. Jahrhundert häuften sich die Versuche, mit den Mitteln des Tanzes und der Pantomime diese Geschichte einer heimlich aufblühenden Liebe, die wegen der Intoleranz tödlich verfeindeter Familienclans keine Erfüllung finden kann, zu gestalten. In den dreißiger Jahren schuf Sergej Prokofjew dafür eine farbige, glutvolle Musik, deren tänzerischer Impetus das Wesentliche der Shakespeareschen Tragödie, das Aufeinanderprallen von Liebe und Hass, das Nebeneinander von Zärtlichkeit und Gewalt auf geniale Weise eingefangen hat. Die Musik Prokofjews, die in den Aufführungen des Leningrader Kirow-Theaters mit der berühmten Galina Ulanowa auch im Westen bekannt wurde, hat vielfältige Anregungen zur choreographischen Umsetzung gegeben.
Youri Vàmos, bis Ende der Spielzeit 2008/09 Ballettdirektor der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf/Duisburg, schuf 1997 eine neue Version des alten Stoffes. Er verlegt die Geschichte des wohl berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur aus der italienischen Renaissance in die 20er/30er-Jahre in Italien zeitgleich mit der Entstehung der Musik Prokofjews. Der temporeiche, filmschnittartige Wechsel von Lebensfreude und tragischer Verstrickung sorgt für einen spannungsreichen Abend. Es spielt das Gewandhausorchester unter der Leitung von Andreas Schüller.
Wiederaufnahme des Leipziger Balletts am Samstag, den 23. Januar 2010 um 19:00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 31.01.10, 18:00 Uhr; 06.02.10, 19:00 Uhr; 13.02.10, 19:00 Uhr; 05.03.10, 19:30 Uhr;
07.03.10, 18:00 Uhr; 13.03.10, 19:00 Uhr
Newsletter abonnieren
Freunden empfehlen
Kommentare
Weitere Artikel
Appetithappen „Aus Licht und Schatten“: Sinnesrausch im Nähkästchen erweckt das Staunen
Die Alte Baumwollspinnerei tief im Westen Leipzigs war über viele Jahrzehnte die größte in Kontinentaleuropa. Heute glühen dort keine Spindeln mehr, doch dafür hat sich ein weltweit bekanntes Künstlerquartier an gleicher Stelle eingerichtet. Zum 125. bzw. 10. Jubiläum hielt gar Bundeskanzlerin Angela Merkel die Festrede. Unter dem Namen Spinnwerk findet sich auf dem weiten Terrain auch eine Theaterwerkstatt und -bühne, quasi das Nähkästchen der Baumwollspinnerei. Dort werden regelmäßig besondere Leckerbissen gereicht - so wie gerade ganz aktuell und am 20. Dezember erneut der Appetithappen „Aus Licht und Schatten". Ein sinnliches Tanzduo, das Orient und Okzident vereint. 45 Minuten lang, die ausreichen zu erkennen, wie prächtig die Verschmelzung von Ost und West sein kann.
[mehr]
Orient trifft Okzident: Gemeinsam kann sehr attraktiv sein – ein sinnlicher Ost-West-Dialog
Orient oder Okzident: Diese Rivalität bewegt beinahe seit Menschengedenken die Welt - und geht immer mehr Leuten zunehmend auf den Keks. Die Tänzerinnen Sabine Straßburg und Rosi Steinbrück setzen deshalb mehr auf Miteinander statt Gegeneinander. Das kann überaus ergiebig und zugleich höchst attraktiv sein. Anregende Einblicke dazu werden am 19. und 20. Dezember jeweils um 20 Uhr im „Spinnwerk" im Künstlerquartier der Leipziger Baumwollspinnerei geboten.
[mehr]
Tanz: Wayne McGregor Choreograf des Jahres
Der Brite Wayne McGregor ist der Choreograf des Jahres 2009. Das haben 30 europäische Tanzkritiker für das Jahrbuch der Fachzeitschrift „ballet-tanz" ermittelt. Der Hauschoreograf am klassischen Royal Ballet in London sucht mit seiner zeitgenössischen Kompanie Random Dance nach Verbindungen zwischen Tanz und Hirnforschung, so in seinem aktuellen Stück „Entity", das im Oktober das N.O.W.-Dance-Festival in Saarbrücken eröffnet.
[mehr]
Diese Seite verlinken