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11.01.2010 12:18 Uhr
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Uwe Bautz im Interview: Schiller reicht heute nicht mehr

Foto: Centraltheater
Die Welt ist seine Bühne, und von der Bühne aus will er die Welt beeinflussen: Uwe Bautz, der Chefdramaturg und Stellvertretende Intendant des Centraltheaters Leipzig, spricht im Interview mit „Kultur-Szene"-Chefredakteur Holger Gemmer über die Entwicklungen der Bühnenrepublik, die Bedeutung von Kunst und Kultur sowie die Potenziale des Leipziger Theaters.

Uwe Bautz ist ein Charakterkopf und eine markante Erscheinung, die aus der Masse herausragt. Geboren 1960 in Frankfurt am Main, studierte der Hesse in Berlin Theater- und Literaturwissenschaft sowie Philosophie. Von 1990 bis 1996 arbeitete Uwe Bautz als Dramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus und ging dann in gleicher Funktion bis 1998 ans Theater Bremen. Anschließend erkundete er ausgiebig den mitteldeutschen Raum und erneut auch Berlin, bevor er ab 2003 als Chefdramaturg und Stellvertretender Schauspieldirektor am Theater Bielefeld wirkte und 2008 in gleicher Funktion ans Centraltheater Leipzig wechselte.

Kultur-Szene: Als jüngste Premiere war am Centraltheather soeben Anton Tschechows „Kirschgarten" zu erleben. Dieser Spagat zwischen Erinnerungskultur und Innovationsfreude passte gerade in Leipzig sowie angesichts der besonderen Situation von 20 Jahren „Wind of Change" und schwierigem Einheitsprozess thematisch gut. Unter der Regie von Intendant Sebastian Hartmann und Ihrer Dramaturgie wurde aber nicht einfach der „Kirschgarten" geboten, sondern gleich eine grelle Collage von Tschechows Gesamtwerk. Das war überaus spannend und anregend, stieß aber nicht nur auf Lob. Wie erleben Sie solch unterschiedliche Reaktionen des Publikums?

Uwe Bautz: Unterschiedliche Reaktionen sind immer wichtig. Sie sind auch völlig normal, da im Idealfall jeder Besucher eine eigene Betrachtungsweise und Meinung entwickelt. Es ist nicht die Aufgabe des Theaters, eine allgemeine Zustimmung anzustreben.

Kultur-Szene: Worin liegt Ihrer Meinung nach die Aufgabe des Theaters?

Uwe Bautz: Theater hat immer Wandlungen erfahren und damit seine Aufgaben neu bestimmt. Im antiken Ursprung war Theater eine Art Gottesdienst. Den Menschen wurde auf zum Teil drastische Weise das Elend des Daseins in der Präsenz des Göttlichen präsentiert. Theater hatte die Aufgabe einer gesellschaftlichen Reinigung. Das änderte sich mit den Zeiten. Im bürgerlichen Theater ging es dann vor allem um Selbstbestätigung einer bestimmten Schicht. Und so weiter. Unsere heutige Aufgabe besteht vorrangig im Infragestellen des gegenwärtigen Zustands von Welt und ihrer vermeintlichen Wahrheiten. Es geht um Widerspruch und Widerstand zur Konsensgesellschaft. Wir belehren und bejahen nicht, sondern halten dem Publikum und uns selbst Spiegel vor. Es geht nicht um die Vorgabe einer Meinung, sondern um eine Bewusstseinshilfe. Alles andere machen die Besucher selbst. Sie konsumieren nicht bloß, sondern nehmen durch ihr Denken aktiv teil. Was wir heute aushalten müssen ist, dass Theater nicht mehr als dieses widerständige Medium akzeptiert ist, vor allem nicht auf Seiten der Kulturpolitik. Schlechte Zeiten, Krisenzeiten waren gute Zeiten für Theater. Das ist heute tendenziell umgekehrt. Heute soll allen alles gefallen.

Kultur-Szene: Wen aber erreicht das Theater? Ein Blick auf die Themen und Diskussionen in Theaterfachkreisen hinterlässt den Eindruck, dass lediglich ein kleiner und weitgehend in sich geschlossener Kreis als Publikum anvisiert wird: Theater- und Literaturwissenschaftler, Germanisten, ein sich selbst so beschreibendes Bildungsbürgertum, Linksintellektuelle, Leute mit Mindestabschluss Abitur, Schulklassen sowie selbstverständlich alle, die mit Theater in irgendeiner Form zu tun haben.

Uwe Bautz: Das ist eine Frage der Wahrnehmung. Wer sich vor allem mit Fachdiskussionen und entsprechenden Medien beschäftigt, mag vielleicht eine eher fachtheoretische Perspektive einnehmen. Ein Blick auf die Aktivitäten der Stadttheater zeigt das Gegenteil. Hier wird beinahe schon zu umfassend auf sehr breite Publikumskreise eingegangen. Das Abitur ist jedenfalls keine Mindestvoraussetzung für einen Theaterbesuch. Es gibt auch keine Zielgruppen, die besagen, dass man Leute ab einem bestimmten Alter ausschließen will. Ein Trend ist, persönliche Biographien und Geschichten aus der Perspektive des Publikums auf die Bühne zu bringen - so wie am Centraltheater mit „Braune Kohle" und der Aufarbeitung des Tagebaus im mitteldeutschen Raum geschehen. Damit wurde ein eigentlich theaterfremdes Publikum gewonnen.

Kultur-Szene: Ein im Grunde ausgelutschtes und zugleich doch permanent heiß umstrittenes Thema ist der Komplex der Werktreue. Was ist eigentlich werktreu? Und wieso ist das so wichtig?

Uwe Bautz: Das weiß ich auch nicht, was Werktreue genau sein soll. (lacht) Da gibt es viele unterschiedliche Ansichten. Meiner Meinung nach ist Werktreue permanente Aktualisierung von Stoffen und Texten. Sonst sterben sie oder verschwinden im Museum. Ich bin sicher, dass Theater heute anders Geschichten erzählen muss als Schiller. Schiller reicht heute nicht mehr. Ich glaube, Schiller selbst würde sich heute nicht mehr genügen. Mit der Dramaturgie des 19. Jahrhunderts kann man die heutige Welt nicht mehr erklären. Die Auseinandersetzung mit Kunst findet nun mal in der Gegenwart statt. Das war auch früher so. Alles andere entspringt vielleicht eher einer Sehnsucht nach der Bestätigung des eigenen Erlebens. Daraus kann schnell eine Entmündigung des Publikums werden.

Kultur-Szene: Apropos Entmündigung. Im Bereich Kunst und Kultur und gerade auch im Theater hört man das Publikum häufig danach fragen, was denn die Botschaft ist. Das geht oft so weit, dass beinahe krampfhaft versucht wird, bestimmte Aussagen und Gesten zu bewerten - und zwar konsequent aus der Perspektive des Senders. Ist das nicht schon eine typische Form von Mitläufermentalität? Warum interessiert uns so sehr die Intention des Künstlers? Müsste nicht die eigene Meinung viel wichtiger sein? Schon in der Schule wird vor allem nach der Absicht des Künstlers gefragt - und wehe dem, der die wissenschaftlichen und publizierten Vorgaben missachtet ...Warum vertrauen wir so wenig auf unseren eigenen Verstand und unsere eigenen Empfindungen und Einschätzungen?

Uwe Bautz: Wir haben uns abgewöhnt, unseren eigenen Standpunkt zu finden und zu verteidigen. Vielleicht, weil Theater über Jahrzehnte Dienstleister und Taktgeber war. Daraus mag diese starke Sender-Orientierung entstanden sein, und mit der Zeit sogar bei vielen eine gewisse Angst, etwas falsch zu machen.

Kultur-Szene: Ob nun Werktreue oder Meinungsbildung von außen: Ist nicht auch das ständige Verlangen nach Klassikern und das Rückgreifen auf sie ein Problem? Warum wird nicht stärker auf Gegenwartsliteratur gesetzt?

Uwe Bautz: Wir spielen ja auch zeitgenössische Autoren, wenn sie was zu sagen haben. In neuen Stücken stehen leider oft eher persönliche Beziehungsprobleme im Vordergrund statt der großen und grundsätzlichen Fragen. In den letzten Jahren hat das zu einer Flut von One-Hit-Wonder-Stücken geführt. Die Welle ist vorbei. Doch die ganz großen Geister werden leider nicht ständig geboren. Das mag schon die Bezeichnung Jahrhunderttalent verdeutlichen. Die Klassiker machen eine welthaltige, zeitlose Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens möglich und sie sind bühnenwirksam geschrieben. Deshalb greifen wir auch gerne regelmäßig auf sie zurück.

Kultur-Szene: Literarische Vorlagen werden auch im Film und Fernsehen umgesetzt. Worin bestehen Ihrer Meinung nach die wesentlichen Unterschiede bzw. Vorteile des Theaters gegenüber diesen Medien?

Uwe Bautz: Das Theater kann schneller auf Entwicklungen und gegenwärtige Diskussionen reagieren als der Film. Hier können wir anders als der Film Themen sofort und jetzt besetzen - doch leider bleibt dieser Vorteil zu häufig ungenutzt. Fernsehen ist anders als Theater ein Massenmedium. Mit Massenmedium meine ich den Ansatz, allen alles gefällig machen zu wollen. Das hat in den zurückliegenden Jahrzehnten zu einem ständigen Niveauverlust im TV geführt. Theater dagegen ist, wie bereits gesagt, nicht gefällig, sondern erzeugt über kritische Fragen Widerspruch.

Kultur-Szene: Was üblicherweise als Dramaturgie bezeichnet wird, trägt in Leipzig den Namen „Denken & Handeln". Warum?

Uwe Bautz: Der Dramaturg ist traditionell betrachtet eher ein Denker, ein Anwalt des Textes. Denken und Handeln gehören jedoch eng zusammen. Das Handeln ist ein Teil des Denkens und wir können Prozesse beschleunigen und bereichern, wenn wir diese Verbindung von Denken und Handeln anerkennen und hervorheben.

Kultur-Szene: Anfangs wurde in Leipzig auf Programmhefte verzichtet. Später folgten Stückebegleiter, die vor allem durch philosophische Extrabonbons auffielen. Nicht geringe Teile des Publikums fühlen sich zuweilen nicht ausreichend mitgenommen. Warum tut sich die Leitung des Hauses in diesem Punkt so schwer?

Uwe Bautz: Das Programmheft ist ein Vorwand in der Diskussion. Es ist empirisch nachgewiesen, dass die Inhalte dort kaum gelesen werden. Wir setzen deshalb stärker auf das Internet und berücksichtigen damit zugleich veränderte Lesegewohnheiten. Trotzdem greifen wir in der Sache förderliche Hinweise und Wünsche des Publikums gerne auf. Zugleich wollen wir die Eigenverantwortung des Publikums nicht untergraben. In vielen Fällen ist es eine leichte Übung, sich vorab etwas hilfreiches Hintergrundwissen anzueignen. Sofern das komplizierter sein sollte, geben wir flankierende Hilfestellungen. Zudem wird es künftig für Interessierte punktuell auch wieder Stückeinführungen geben. Damit beginnen wir gleich schon beim „Kirschgarten".

Kultur-Szene: Mit einem gut einschätzbaren Stammpublikum tut man sich auch in solchen Dingen sicherlich leichter. Abonnements spielen deshalb im deutschsprachigen Bühnenraum eine wichtige Rolle. In Leipzig herrscht wie auch in anderen Theatern in den neuen Ländern eine komplett andere Kundenstruktur. Warum ist das so und wie wirkt sich das aus?

Uwe Bautz: In der DDR war das traditionelle Bürgertum verpönt und wurde sukzessive verdrängt. Gerade aus diesem Kreis speiste sich aber das klassische Theater-Stammpublikum, das eigenständig und grundsätzlich Vorstellungen besuchte. In der DDR gab es stattdessen eine Vielzahl von Betriebsabonnements, die nach der Wiedervereinigung wegfielen und zuvor eher Anstoß und gesellschaftlichen Druck denn Eigeninitiative darstellten. Wobei es sicherlich Ausnahmen gab, aber wir müssen an dieser Stelle gerade die große Masse sehen. Es gibt hier im Osten vielfach nicht die traditionelle Verabredung, dass Theaterbesuche zum kulturellen Leben dazugehören. Wir finden ganze Generationen, denen die Institution Theater, der Ort und sein Inhalt fremd sind. Diese Basis in den Köpfen wieder zu legen ist ein Prozess, und der braucht Zeit. Die bis heute spürbare Folge ist, dass ähnlich wie beim Kinobesuch kurzfristige Entscheidungen überwiegen. Wer dagegen auf eine Vielzahl von Abonnenten vertrauen darf, kann leichter die Reaktionen des Publikums einschätzen.

Kultur-Szene: Mit viel Leidenschaft wird häufig das Thema Stadttheater diskutiert? Dabei entsteht zuweilen der Eindruck, manchen Kreisen sei der Stadtplan wichtiger als der Spielplan. Sind bei den heutigen Möglichkeiten der Mobilität Ortsgrenzen noch von Bedeutung? Warum nutzt das Publikum hier nicht intensiver die Weite des Raumes und pickt sich aus dem sehr reichhaltigen Angebot dann die persönlichen Rosinen heraus?

Uwe Bautz: Es wird bereits deutlich selektiert. Die Leute suchen sich sehr genau heraus, was sie besonders reizt. Im Vergleich zur Situation des Theaters bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts aber besteht heute eine ganz andere Angebotsvielfalt. Wie schon gesagt, ist Theater kein Massenmedium mehr, und das muss auch kommuniziert werden. Zugleich haben wir die Möglichkeit, auf diese Weise unterschiedliche Interessen und Stilrichtungen zu bedienen. Und das tun wir auch bereits und werden das künftig sicher auch noch weiter entwickeln.

Kultur-Szene: Schon aufgrund der jeweils sehr speziellen Situation vor Ort: Lässt sich Theater da ernsthaft noch allgemein formulieren, ausrichten und diskutieren? Muss man da nicht jeweils sehr genau die örtlichen Gegebenheiten einbeziehen?

Uwe Bautz: Das muss man sicherlich. Schon aufgrund der finanziellen Lage der Kommunen. Da muss man für die nächsten zehn Jahre auch mit einer radikal anderen Theatersituation rechnen. Im Osten werden neben 2 oder 3 großen Häusern nur wenige kleinere Theater überleben. Aber vor allem muss man gerade dieser Situation wegen das machen, was einen interessiert. Man darf nicht der allgemeinen Debatte hinterherrennen, sondern muss selbst die Debatte beeinflussen, sie zu steuern versuchen.

Kultur-Szene: Sind aber allein die Finanzen ein Unterscheidungsfaktor? Unterscheidet sich bundesweit Theater nicht auch durch eher ländlich geprägte Räume und kleinere Städten von Theater in größeren Universitätsstädten oder Metropolen?

Uwe Bautz: Klar, auch die Zusammensetzung des Publikums unterscheidet sich und ist ein wichtiger Aspekt für das Theater. Da gibt es zum Beispiel im thüringischen Rudolstadt eine sehr interessante und positive Entwicklung. Oder in Jena, dessen Theater eine Neugründung nach der Wende ist. Hier reagieren Stadt und Theater aufeinander.

Kultur-Szene: Muss zwischen anspruchsvoller Kunst und Kultur und wirtschaftlichem Erfolg denn grundsätzlich ein Widerspruch gesehen werden?

Uwe Bautz: Nein, muss nicht. Kunst und deshalb auch Theater stehen allerdings im Widerspruch zum Mainstream. Das erschwert die Erhöhung oder Sicherung der Mittel häufig, denn Geld verdient wird meist im Zusammenhang mit dem Mainstream und der damit verbundenen Gefälligkeit. Wenn Kommunen dann auch noch finanziell in die Knie gehen und der Druck beständig wächst, geben sie diesen Druck schließlich weiter. Wir müssen das Theater als Störfeuer in dieser durchdesignten, kapitalistisch gesteuerten Welt erhalten. Wir lassen uns eben nicht ökonomisieren. Wir müssen riskant sein. Theater funktioniert nicht nach diesen Gesetzen des Marktes, und wir sollten da ganz wachsam sein, wenn zum Beispiel die Kulturpolitik Theater als Konsensmaschine, als Dienstleistung in Anspruch nehmen will.

Kultur-Szene: Die große Philosophie nimmt einen breiten Stellenwert in Ihrem Denken und Handeln ein. Besonders Friedrich Nietzsche hat es Ihnen offenbar angetan. Für nicht wenige ist er der größte deutsche Denker überhaupt. Auf jeden Fall darf man ihn als einen der radikalsten betrachten. Der etwa gesellschaftliche Entwicklungen und Zusammenhänge sehr viel drastischer analysiert und offenbart hat als ein Karl Marx. Was fasziniert Sie an Friedrich Nietzsche und welchen Stellenwert hat er für Ihre Arbeit?

Uwe Bautz: Das liegt einmal an seinen sehr umfassenden Analysen, die keinen Bereich ausgespart haben. Zugleich aber beschäftigt er sich auch aktiv mit der Kunst. Und zwar als Kritiker und Künstler zugleich. Und: Nietzsche ist immer auch Dichter. Eine vielfach faszinierende und anregende Erscheinung also.

Kultur-Szene: Worin bestanden und bestehen für Sie die besonderen Reize, in verantwortlicher Position ans Centraltheater Leipzig zu wechseln?

Uwe Bautz: Leipzig ist die interessanteste Stadt im Osten. In Berlin ist alles fertig. Leipzig ist in Bewegung. Das Unabgesicherte ist ein ganz guter Boden für Kunst.

Kultur-Szene: Im letzten Winter präsentierte das Centraltheater „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen" als Weihnachtmärchen. Das passte zweifellos auch zum mutigen und vielfach attackierten inhaltlichen Umbau des Hauses. In diesem Jahr kommt „Dornröschen" auf die Weihnachtsbühne. Wie weit darf man daraus neben anderem auch eine Anspielung auf die große Vergangenheit des hiesigen Theaters erkennen und die Einschätzung, dass hier eine schlafende Schönheit ruht, die endlich von einem fähigen Prinzen wachgeküsst werden will?

Uwe Bautz: Oh je. Es ist einfach ein schönes Märchen.

Kultur-Szene: Bis etwa 1930 zählte Leipzig zu den führenden Bühnen im deutschsprachigen Raum. Das basiert auf Entwicklungen über Jahrhunderte. Ist Tradition für Sie ein wertvoller Erfolgsfaktor? Und falls ja: Wie machen Sie sich ihn zunutze?

Uwe Bautz: Von diesen Traditionen ist nichts herübergerettet, auf diese Tradition können wir nicht bauen, das Publikum nicht, und wir auch nicht.

Kultur-Szene: Wie bringt man Theater intensiv und interessant in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit?

Uwe Bautz: Offen sein, streitbare Debatten führen, Erfolg auf der Bühne haben.

Kultur-Szene: Auffällig ist, dass sich das Centraltheater Leipzig in kaum mehr als einem halben Jahr zu einem attraktiven Treffpunkt von jungen sowie auch kritischen Menschen entwickelt hat. Zudem zu einem entspannten Treffpunkt, an dem man philosophieren und Ideen entwickeln kann. Ist eine solche Bewusstseinsverankerung der Generalschlüssel zum Erfolg des Hauses?

Uwe Bautz: Genau so ist es. Das hätte ich nicht besser ausdrücken können.

Kultur-Szene: Vielen Dank für das Gespräch!

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