Category: Design

13 May

Künstlerischer Wortwitz

Unter dem Label HANDWERK&MUNDWERK produzieren drei Österreicherinnen Wortwitz zum Anfassen. Der wichtigste Rohstoff der drei Schmuckkünstlerinnen Gabriele Müller, Elvira Fleischanderl und Lilli Pulkrab aus Oberösterreich ist Humor. In ihren Ketten, Ringen, Armreifen und Broschen steckt stets ein Wortspiel.

Zirka 200 solcher Wortspiele hat das Frauenteam bereits gefunden und setzt sie konsequent um. Elvira Fleischanderl und Lilli Pulkrab sind beide Goldschmiedemeisterinnen und arbeiten dabei gern mit Edelmetallen und Steinen, während Gabriele Müller, die Gründerin des Labels HANDWERK&MUNDWERK, als gelernte Kunsterzieherin lieber mit Kunststoff, Papier, Keramik und Textil experimentiert.

Alle drei legen viel Wert auf die Individualität ihrer Schmuckobjekte und fertigen in der Regel nur Einzelstücke an. So schaut jede anders aus, kann ein ganz nach den Wünschen der AuftraggeberInnen zusammengestellt werden oder wird beim die jeweilige Lieblingsspeise der TrägerInnen aufgetischt.

Von einigen Stücken gibt es auch Serien in kleinen Auflagen wie z.B. vom Armreif , von dem es je 30 Stück mit zehn verschiedenen witzigen Zitaten gibt. „Führe mich nicht in Versuchung. Ich finde den Weg allein.” steht da etwa in Siebdruck auf schillerndem Acrylglas zu lesen oder „Ich habe nichts gegen Kritik. Ich muss nur damit einverstanden sein.”

Auch aktuelle Ereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft 2008 oder das Kulturhauptstadtjahr LINZ09 fließen in die Arbeit von HANDWERK&MUNDWERK ein. Zu dessen Selbstverständnis von Schmuck-Kunst gehören auch interaktive Kunstprojekte wie z.B. die Aktion , die anlässlich der Vernissage in der Wiener Schmuckgalerie V&V 2007 gestartet wurde und bei der ein materiell wertloser Ring gegen einen wertvollen getauscht wird und so von BesitzerIn zu BesitzerIn wandert. Dokumentiert wurde der Weg des Ringes auf der Homepage der Künstlerinnen, wo sich auch zahlreiche weiter Bildbeispiele zum Schmunzeln finden:

13 May

Hutdesign – sichtbare Kreativität

Hüte haben eine lange Tradition. Für Männer sind sie eher nützlich, für Frauen sind sie faszinierend. Sie werden von wahren Künstlern gefertigt, um das Gesicht einer Frau richtig in Szene zu setzen und die Vorzüge einer Frau zu unterstreichen. Nicht umsonst kann man auf großen gesellschaftlichen Veranstaltungen, wie Pferderennen, Hochzeiten, Geburtstagen und viele mehr, so viele unterschiedliche Hutvarianten sehen.

Einst hatten Hüte eine Schutzfunktion

Vor langer Zeit wurden Hüte nur getragen, weil sie praktisch sind und erfolgreich den Kopf gegen Nässe, Kälte und Sonne schützen könnten. Der Hut ist dann allerdings immer mehr in Mode gekommen. Die Kreationen der Hutdesigner wurden immer auffälliger und gewagter. Viele unterschiedliche Details sorgten dafür, dass ein Hut einzigartig wurde. Noch heute werden Bänder, Blumen, Netze und unterschiedliche Stoffe für die Hutgestaltung verwendet. Wer auffallen möchte, kann dies am besten mit einem geschmackvollen Hut. Ob man einen Hut tragen kann oder nicht, hängt nicht nur allein von der Gesichts- und Kopfform ab, sondern auch von der Hutkreation selber. Gute Hutmacher haben ein Auge dafür, welche Hutform, einem Kunden zu Gesicht stehen könnte und welche nicht. Ähnlich wie bei guten Friseuren, die schon vor dem Haarschnitt wissen, was der Kundschaft steht und was nicht.

Hüte, aus den edelsten Materialien

Wer sich einen schönen Hut leisten möchte, kann sich entweder einen hochwertigen Hut kaufen, der von einem Traditionsunternehmen von Seeberger oder Mayser gefertigt wurde, oder eine Spezialanfertigung von einem Hutmacher. Ein Hutmacher hat unterschiedliche Möglichkeiten, einen passenden, auffälligen Hut anzufertigen. Sommerhüte sind aus dünnem, durchlässigem Material. Herbst und Winterhüte werden gerne aus Filz gefertigt. Hüte von einem Hutmacher werden direkt auf die Kopfform des Kunden angepasst. Ist die Basis des Hutes erst einmal fertiggestellt, kommen noch die zum Kunden passenden Verzierungen hinzu. Die können sehr individuell ausfallen und werden ganz auf den Kunden abgestimmt. Manche Frauen mögen es lieber verspielt und romantisch, andere eher schnörkellos und mit geraden Linien. Unter den Hutmachern lassen sich wahre Künstler finden, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch das Auge fürs Detail haben.

11 Mar

Geometrie in der bildenden Kunst

Max Frisch schrieb 1952 die Komödie “Don Juan oder die Liebe zur Geometrie”. Sein Don Juan misstraut vorerst seinen Gefühlen, sucht aber gleichzeitig in der Geometrie nach einem auf das Leben übertragbaren Sinn. Es fragt sich, was Geometrie in der bildenden Kunst zu suchen hat. Sind künstlerischer Ausdruck und Geometrie als Zweig der Mathematik miteinander vereinbar?

Sicher, wenn man Geometrie grundsätzlich als Ordnung versteht, als Grundlage künstlerischen Schaffens, als Ausgewogenheit einer Darstellung oder einer Komposition, als Symmetrie oder als Gestaltung von Mustern. Die Vorarlbergerin Miriam Prantl gestaltet in ihren Bildern geometrische Muster, harmonisch aufeinander abgestimmte, aber nicht kongruente Bildflächen. Sie benutzt behutsam diskrete Rechtecke und Quadrate in verschiedener Dimension ohne Gleichförmigkeit im euklidischen Sinn. Miriam Prantl sucht im Geometrischen eine Ordnung, indem Sie Rechtecke fein aufeinander abstimmt, sie ordnet, nivelliert, gestaltet und als ausgeglichene Bildfläche zusammensetzt.

Das ordnende Prinzip gilt auch für ihre Lichtskulpturen oder für die Kunst am Bau. Behutsam geht sie gestalterisch einen Schritt weiter als die Zürcher Konkreten. In ihren früheren Werken legt sie formal und farblich subtil aufeinander abgestimmte Felder auf eine Bildebene und überzieht sie mit einem Koordinatensystem in komplementärer oder akzentuierender Farbe. Die Felder und Koordinaten bilden eine zweite geometri-sche Ebene auf der dem Werk zu Grunde liegenden primären Ordnung. Das Ordentliche und Ausgewogene berührt den Betrachter subtil und lässt in ihm die Saite anklingen, die auf das Ordnungsprinzip seiner Existenz hinweist. Er begreift ihr unaufdringliches Werk nicht nur als gestaltete Ordnung, sondern gleichzeitig auch als strukturierte Komposition, indem sie die gesamte Fläche eines Bildes als Partitur benutzt.

Miriam Prantl arbeitet nicht nur in ihren Bildern mit Flächen und energetischen Linien, auch ihre Lichtinstallationen und Strukturen im Freien, sind ähnlich, komponiert, indem sie jedes Gewicht auf andere Punkte abstimmt. Im Bild führt sie die geometrischen Raster und trennenden Linien konsequent bis an den Bildrand. Damit verteilt sie Schwerpunkte nicht nur optisch, sondern zeigt auch, im übertragenen Sinne, Spannung im Rahmen strukturierter Ordnung und Ausgeglichenheit.

In ihren neueren Werken, als Folge vieler Lichtinstallationen, benutzt sie oft kräftigere Farben, betont Formen und beschreibt abstrakt, mittels der Geometrie, die in ihrem Werk enthaltene Energie.
Werke von Miriam Prantl findet man in vielen privaten wie auch in öffentlichen Sammlungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in England und in den USA. Einzel- und Gruppenausstellungen fanden in vielen bedeutenden Kunsträumen und Galerien statt. Auch Gottfried Honegger weist verschiedentlich auf ihre Bedeutung hin. Grössere Lichtinstallationen führte sie in Bregenz, Ingoldstadt, Weimar und weitern Orte aus. In diesem Jahr finden Ausstellungen in Appenzell, Singen, Aix en Provence und an die Biennale in Venedig im Palazzo Bembo statt.