| << Zurück | 19.08.2009 09:32 Uhr |
Mit der zunehmenden Emanzipation der Frau traten solche humorvoll-satirischen Geister ab den 1970er Jahren dann verstärkt paarweise auf: Traumhaft dabei Loriot und seine kongeniale Kollegin Evelyn Hamann, ergänzend und flankierend dazu Harald Juhnke und Grit Boettcher, später dann das Duo Diether Krebs und Iris Berben.
Seit Beginn des dritten Jahrtausends haben Hape Kerkeling und Anke Engelke die Federführung übernommen - und zeigen uns in Dutzenden von Rollen und Pointen, wer und wie und was wir sind. Da wird selbst eine Pilgerreise zum possenhaften Event, und nun endlich kandiert Uns-Hape auch für den Bundestag. Leider vorerst nur im Kino.
Kerkelings Kunstfigur Horst Schlämmer erhebt drögen Wahlkampf nicht nur zum Ereignis, sondern weist uns auch den Weg. Gestehen wir uns ein: So sind wir drauf, so denken wir - und so sehen wir abseits aller Werbewelten auch noch aus. Vielleicht nicht ganz so, aber im großen Ganzen und im Durchschnitt betrachtet, darf man weitgehend resümieren: Hape ist Wir.
Wenn wir nun aber meinen, das Volk zu sein - muss Hape demnach Volkes Stimme sein. Also noch mehr schade, dass es nur im Kino fürs deutsche Parlament kandidiert. Denn in diesen Debattierzirkel gehört Volkes Stimme doch rein.
Kleiner Trost: Wenn man abseits aller Kameras mal etwas tiefer in die Welt des Bundestags eintaucht, zeigt sich, dass die Volksvertreter durchaus einen Schnitt der Bevölkerung abbilden. Und immerhin: Hottes - wie auch die unsrige - Schwester Ulla sitzt bereits im Parlament. Was die Bundesgesundheitsministerin und auch uns aber nicht zwingend besser aussehen lässt ... Hoffen wir aufs Happy End - nicht nur im Kino.
H.G.
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