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28.02.2010 13:09 Uhr

Musikfest Erzgebirge

Das neue Musikfest Erzgebirge bietet 10 Konzerte an 10 Orten für 10 außergewöhnliche Musikerlebnisse, u.a. mit dem Collegium Vocale Gent und Philippe Herreweghe, dem Thomanerchor Leipzig und den ECHO-Klassik-Preisträgern Singer Pur und David Orlowsky.

Das Erzgebirge ist heute eine weitestgehend unbekannte Region auf der Musik- und Festivalkarte Deutschlands. Dabei stammen etliche bedeutende Komponisten wie Johann Hermann Schein, Johann Kuhnau und Gottfried Heinrich Stölzel aus der Region. Und mehr noch: Das Erzgebirge war und ist wortwörtlich der Nährboden für unzählige Kulturleistungen. Mit den Silberfunden im 16. Jahrhundert avancierte das Erzgebirge zu einer Quelle der mitteleuropäischen Kultur. Die höfische Pracht in Dresden, auf die man europaweit neidisch blickte, fusst auf den Schätzen des Erzgebirges.

Das Erzgebirge liegt nicht hinter den sieben Bergen, sondern in der Mitte Europas. Mit dem Musikfest Erzgebirge soll an die Bedeutung der Region nach dem 'Ersten Berggeschrey' angeknüpft werden. Ziel ist ein neuer Ruf als international bedeutsames Musikland. Unsere Medienpartner Deutschlandradio Kultur, MDR und Freie Presse unterstützen uns bei dieser Arbeit an einer neuen Ausstrahlung.

Es ist gelungen, in einer Zeit, wo im Bereich Kultur aufgrund von Einsparungen kaum Neustarts zu erwarten waren, ein neues Festival zu kreieren, dessen Programm ein Brückenschlag zwischen den reichen kulturellen Traditionen des Erzgebirges und renommierten internationalen Künstlern darstellt. Es knüpft an die großen kirchenmusikalischen Traditionen der Region an. Bereits 1902 sprach ein Musikhistoriker vom Erzgebirge als dem „Heimatland der Kantoreien." Diese Traditionen werden mit den Interpretationen international anerkannter Künstler in einem gemeinsamen Musikfest zusammengebracht Es ist dies ein Brückenschlag, den der Intendant, Prof. Hans-Christoph Rademann, wie kein anderer verkörpert. Er ist in der Region Erzgebirge beheimatet und gleichzeitig als Chefdirigent des RIAS Kammerchors und Gründer des Dresdner Kammerchors Impulsgeber der internationalen Musikszene.

„Hier ist doch nur ein Jammertal voll Seufzen, Trauern, Tränen, Kreuz, Marter, Angst, Not überall", klagte der erzgebirgische Komponist Johann Hermann Schein im 17. Jahrhundert in einem seiner Lieder. Vielleicht wird Schein nach dem September 2010 ausrufen: „Hier ist ein Musikland voll barock-prächtigen Klängen, voll Virtuosen, Stars und jungen Talenten, voll Traditionen und internationalen Impulsen!"

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