| << Zurück | 12.11.2009 21:42 Uhr |
Die Vielschichtigkeit des Themas der Genmanipulation spiegelt sich in Koerfers spezieller Fototechnik der analogen Mehrfachbelichtung wider. Die Eigenständigkeit dieses Stils, den sich Koerfer autodidaktisch erarbeitet hat, sowie der Bruch mit den gängigen Prinzipien der Wahrnehmung sind es, die Michael Mootz dazu bewegten, die ausdrucksstarken Kompositionen des Fotokünstlers in seiner Galerie auszustellen.
Koerfer selbst versteht seine aktuelle Fotosequenz „Floral Impact" als visuelles Manifest gegen die Genmanipulation und somit gegen den Wunsch des Menschen, die Natur noch perfekter zu machen. „Die Zukunft wächst nicht. Sie wird gezüchtet", kritisiert der Künstler, der die stummen Blumen in seinen Bildern eine klare Sprache sprechen lässt.
Das Zusammenspiel von zarten Blüten und kühlen, künstlichen Elementen wie Zahnrädern und Anzeigetafeln weisen auf die latente Gefahr hin, die den immer bizarreren Blüten, die die Gentechnik treibt, innewohnt. Denn fast unbemerkt lässt ein unüberschaubares Zusammenspiel von Eingriffen in die Natur durch den Menschen eine neue Welt entstehen, die mit unnatürlicher Schönheit und augenscheinlicher Funktionalität blendet.
Performance und Profit sind heutzutage oft wesentliche Maßstäbe für Perfektion. „Floral Impact" soll ein Bewusstsein dafür schaffen, „dass der Gene manipulierende und darwinistisch selektierende Mensch selbst durch eine außer Kontrolle geratene Natur aussortiert werden könnte", so Koerfer.
Der Mönchengladbacher Fotokünstler ist ein Querdenker, der die Gegebenheiten und Entwicklungen der Welt immer wieder gerne hinterfragt - und mit seinen Werken zeigt, was hinter dem schönen Schein und den vertrauten Erscheinungen liegt. Denn obwohl die Fotografie eine optische Disziplin ist, schafft Koerfer surreale Bildwelten, die nicht nur aussehen, sondern sich quasi auch anfühlen.
Was wie künstliche digitale Komposition wirkt, erwächst aus spannungsvoll komponierten analogen Mehrfachbelichtungen. Die einzelnen Bild- und Wahrnehmungsebenen verbinden sich durch Erfahrung und Erinnerung sowie Intuition und Inspiration zu einer vielschichtigen Einheit. Dabei erfährt das Vertraute oft eine neue Dimension, die genug Raum für eigene Interpretationen lässt. Zu sehen sind Werke des Fotokünstlers unter anderem auch an Bord des Kreuzfahrtschiffs AIDAluna.
Das Kunstkaufhaus Mootz-Art in der Bleichstraße 2 in Saarbrücken wurde von Michael Mootz im Dezember 2008 eröffnet. Mit dieser Einrichtung schuf der Galerist eine Kunstplattform, die sich in innovativer Weise von anderen Galerien unterscheidet. Bereits 27 nationalen und internationalen Künstlern dient Mootz-Art als beachtliche Bühne für Ausstellungen, die schon durch ihre Nähe zu Frankreich grenzüberschreitend sind.
Mehr Informationen zur Fotosequenz „Floral Impact" und weitere Werke von Achim Koerfer unter www.unikatfabrik.de
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