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22.02.2011 10:15 Uhr
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Ich bin kein Künstler, ich bin nur einfacher Fotograf

So die Aussage des Nürnberger Fotografen Peter Tost. Und doch sind seine derzeit entstehenden Bilderserien über "Künstler in Franken" kleine aber großartige Kunstwerke. Der 1955 in Sachsen Geborene Tost fängt mit seinen Bildern ganz eigene Momente ein.

Er sieht Künstler, wie man sie sonst nicht sieht oder sie sich vorstellt. Die Sängerin steht nicht im Tonstudio, die Balletttänzerin steht nicht auf der Bühne. Er bildet die Künstler in eher ruhigen Momenten ab. Auf der Treppe sitzend, rauchend auf dem Sofa, nachdenklich neben Leinwänden. Mit der Fotografie begonnen hat er bereits im Alter von 20 Jahren, in der damaligen DDR. Tost wollte unbedingt Fotograf werden, aber hatte bereits eine Lehre als Fliesenleger abgeschlossen. Für eine zweite Ausbildung gab es keine Gründe, sie wurde untersagt.

So betätigte er sich als Amateur. War in diversen Fotovereinen, so war er auch Mitglied im 8 Mitglieder umfassenden Fotoclub der Trabantwerke. Er fotografierte so ziemlich Alles, was ihm vor die Linse kam. Dummerweise auch einmal eine alte Haustüre. Als er das Bild ausstellte bekam er gleich Ärger: das Motiv wirkte "zu vergammelt", also politisch unkorrekt. Also arbeitete Tost (zumindest nach außen hin) politisch korrekt und wurde sogar mit einer Medaille ausgezeichnet. Nach dem Fall der Mauer kam er dann in den Westen. Endlich konnte die Fotos machen, die er wollte, ohne Ärger befürchten zu müssen.

Seine fotografische Entwicklung ging in zwei Richtungen, zum einen stille Landschaftsfotografie, zum anderen die Darstellung von Menschen. Die Menschen fotografiert er am liebsten mit einer Mamiya AZ 67 mit einem Schwarz-Weiß-Rollfilm. Peter Tost hält nicht wirklich so viel von der digitalen Fotografie, im fehlt da was. "Zu viele Digitalfotos sind einfach flach und langweilig".

Dies sind die Bilder seiner ersten Serie "Menschen in Franken" sicher nicht. Fein mit der Tiefenschärfe gearbeitet, das Wesentliche auf den Punkt gebracht. In seiner Ausstellung dazu waren neben Fotos des Fürther Oberbürgermeisters auch Fotos von Obdachlosen und einer türkischen Familie.

Und jetzt kommen die Künstler vor seine Linse. Am schwierigsten sind nach seinen Aussagen wohl die Bühnendarsteller zu fotografieren. So zu fotografieren wie er es will, ohne Posing, ganz natürlich. Im Mai werden die Fotos, auf denen unter anderem auch der Kabarettist Bernd Regenauer, der Schriftsteller Fitzgerald Kusz, zu sehen sind zum ersten Mal in Fürth ausgestellt.

Fotografische Kunstwerke, von jemandem der sich nicht für einen Künstler hält....

Die nächsten Ausstellungen:
Fränkische Landschaften ab dem 29.03.2011 in Erlangen im Creativ-Hotel Luise und Künstler in Franken (Schwarz-Weiss Analog) vom 12.5.2011 bis zum 24.06.2011 in der Volksbücherei in Fürth, Fron-müllerstraße.

Axel Flitsch

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