Juri Artamonov hat das berühmteste Material aus diesen Filmen der 30er bis 60er genommen und für
sein Swing-Trio neu arrangiert. Seine phänomenalen technischen Möglichkeiten setzt er dabei immer
behutsam und geschmackvoll ein, es gelingt ihm, bei aller aufblitzenden Virtuosität den Swing durchgängig fließen zu lassen, sodass die Schönheit der ursprünglichen Stücke gewürdigt und erhalten bleibt.
In seinem Konzertprogramm „Moskauer Fenster" präsentiert er uns mit seinem Trio dieses Programm aus swingenden Bearbeitungen und Stücken seiner Heimat. Angereichert wird das Programm durch weitere bekannte Jazz-Kompositionen aus sowjetischer Zeit, wie eben auch z.B. den Swing-Schlager "Moskauer Fenster" aus den 50er Jahren, der in der deutschen Version von Lale Andersen gesungen wurde.
Namensgeber dieses Swing-Trios ist der aus Moskau stammende Jazzpianist Juri Artamonov. In seiner Heimatstadt studierte er bei den berühmten Jazzpianisten und herausragenden Pädagogen Evgeny Gretschischev und Prof. Igor Brill Jazzpiano, Komposition und Arrangement. Als Pianist in den Bars und Jazzclubs der russischen Hauptstadt sammelte er bereits als junger Mann die Erfahrungen, die ihn nach seiner Übersiedlung in den Westen im Jahre 2000 schnell zu einem gefragten Jazzpianisten werden ließen.
Juri Artamonov hat einerseits den virtuosen Swing eines Oscar Peterson aufgesogen, andererseits die geschmackvolle Eleganz eines Bill Evans. Er kann sowohl zupackend kraftvoll wie McCoy Tyner als auch humorvoll augenzwinkernd wie Ahmand Jamal klingen. Seine phänomenale Technik bleibt dabei immer Mittel zum Zweck, denn sie wird geschmackvoll dosiert, immer im Sinne des "KeepSwinging".
Seine beiden Mitstreiter kennen sich bereits aus gemeinsamen Studientagen am Conservatorium in Enschede (Niederlande): Martin Gehrmann aus Osnabrück ist genau der Bassist, der zu Juri Artamonov passt. Er teilt mit ihm die Begeisterung und Leidenschaft für die Stilistik eines Oskar Peterson Trios und schafft für das virtuose Spiel des Pianisten gerne ein solides Fundament. Dasselbe gilt für den Münsteraner Schlagzeuger Jochen Metze. Meist mit Besen und selten sich in den Vordergrund spielend ist er ein Garant dafür, dass die swingende Leichtigkeit des Trios nie verlorengeht.
Zu hören ist das Trio mit seinem Programm am 04.10.2009 um 21:00 Uhr in der Kunstfabrik Schlot, Berlin.