Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach Szenen aus Henri Murgers "La vie de Bohème"
Wer hätte nicht schon mal davon geträumt, ein echtes Bohème-Leben zu führen? Jung und arm, aber frei und glücklich. Eine ungebundene Existenz ohne Verantwortung, fern von Ordnung und Reglements, nur im Moment, aber immer für die Kunst lebend, mit zahllosen Amouren und dem Café als Hauptquartier ? und vor allem absolut unbürgerlich. Dieser Wunschtraum des etablierten Bürgers auf dem heimischen Sofa nährt sich aus Henri Murgers Episodenroman "La vie de Bohème" über das Künstler- und Studentenleben im Pariser Quartier Latin und natürlich vor allem aus Puccinis weltberühmter Oper.
Puccini war fasziniert von dem gefühlvollen Stoff: "Da ist Menschlichkeit, da ist Empfindung, da ist Herz. Und da ist vor allem Poesie." Wie er Alltägliches durch emotionsgeladene Musik überhöht, wie er mit wenigen kompositorischen Mitteln plastische Atmosphäre zaubert und uns in überaus sensiblen Kantilenen schwelgen lässt, ist noch heute betörend.
Musikalische Leistung: Patrick Lange
Inszenierung: Andreas Homoki (2008) Bühnenbild: Hartmut Meyer
"Gelungen ist es, weil das junge Ensemble, das sich mit Leidenschaft für die Sache und mit großer Musikalität bei Händel, Gluck, Offenbach und auch Mozart bewährt hat, von Puccini herausfordern lässt, ganz spielerisch und entspannt seine physischen Grenzen auszutesten.
(...) Es macht Spaß, ihnen zuzuhören, wie sie es einfach mal versuchen mit diesem Puccini." (taz)
"Homoki verstand es mit seiner Konzentration auf die Psychologie der Figuren und einer sehr detailgenauen und präzisen Personenregie zu fesseln und zu ergreifen. Was wiederum im Umkehrschluss nur zeigt, dass Theater und Oper nicht unbedingt der großen, opulenten Ausstattung bedürfen, um mit de jeweiligen Geschichte gefangen zu nehmen. Erforderlich ist dazu allerdings eine Regie, die Gefühle in Haltungen, in Bewegung umzusetzen versteht. Hierin ist Homoki ein Meister." (opernnetz.de)
"Die Komische Oper Berlin wird Ihrem Ruhm als Oper des Jahres 2007 gerecht." (dradio)