Evangelische Kirche Elkerhausen
(bei Weinbach, Kreis Limburg-Weilburg)
Donnerstag, 22. März 2012 um 19 Uhr
Orgelkonzert zur Passionszeit
Dietrich Buxtehude (1637-1707) Passacaglia d-moll BuxWV 161
Johann Sebastian Bach (1685-1750) „Christus, der uns selig macht” BWV 620
Fantasia et Fuga g-moll BWV 542
„Da Jesus an dem Kreuze stund“ BWV 621
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) Sonate A-Dur op. 65 Nr. 3
(Con moto maestoso – Andante tranquillo)
Friedrich Kiel (1821-1885) Fantasie c-moll op. 58 Nr. 3
Johannes Brahms (1833-1897) „Herzlich tut mich verlangen“ op. 122 Nr. 9
„Herzliebster Jesu“ op. 122 Nr. 2
Sigfrid Karg-Elert (1877-1933) „Herzliebster Jesu“ op. 65 Nr. 17
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Passacaglia c-moll BWV 582
An der Orgel: Kantor Michael Harry Poths
Lesungen: Pfarrer Ulrich Finger
Wir bitten am Ausgang um eine Spende!
Infos über Konzerte und mehr unter:
www.kantor-poths.de oder http://kantor-poths.organistenscout.de
Die Passacaglia ist ursprünglich ein spanischer Tanz im Dreiertakt. In der Orgelmusik hat die Passacaglia trotz des Dreiertaktes eher ernsten Charakter angenommen. Typisch für diese Form ist der Basso ostinato, ein immer wieder kehrendes Bassthema, über dem sich die Oberstimmen in Variationen bewegen.
Der Bach‘sche Orgelchoral „Christus, der uns selig macht“ bezieht sich auf EG 77, der Cantus firmus (Melodie) erklingt im Kanon zwischen Sopran und Bass.
Fantasie und Fuge ist ein recht populäres Werk, während die Fantasie mit viel Chromatik und auch enharmonischen Ansätzen deutlich präkognitive Züge hat (Bach war seiner Zeit weit voraus!), wird die Fuge in Kennerkreisen gern scherzhaft als „Kaffeewasser-Fuge“ bezeichnet.
Der folgende Orgelchoral von Bach ist als Gesangbuchlied im EG leider nicht mehr enthalten, aber im katholischen Gotteslob unter 187 noch zu finden, die 1. Strophe lautet: „Da Jesus an dem Kreuze stund und ihm sein Leib war ganz verwund’t mit bitterlichen Schmerzen, die sieben Wort, die er da sprach, betracht in deinem Herzen“.
Im ersten Satz der Mendelssohn-Sonate erklingt nach einer sinfonischen Exposition der Cantus firmus des Liedes „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ (EG 299, erste Melodie) unter einer Doppelfuge, die Reprise schließt sich an. Im Kontrast der zweite Satz als ruhige Liedform.
Ebenfalls eine Liedform liegt der Fantasie des in Puderbach (Westerwald) geborenen und in Berlin verstorbenen Freundes von Mendelssohn, Friedrich Kiel, zugrunde.
Bach-ähnlich mit Brahms-typischen Seufzermotiven, erklingen die beiden Orgelchoräle aus op. 122.
Der Hochromantiker Karg-Elert beschreibt seinen Orgelchoral so: „In Heinrich Schütz’scher Manier. 5stimmig. Largo doloroso. Langsam, fast schleppend, mit schmerzlicher Empfindung vorzutragen“.
Zum Ende noch einmal Johann Sebastian Bach. Anders als beim ersten Werk beginnt Bach die Passacaglia mit der Vorstellung des Basso ostinato allein. Die Variationen entwickeln einen Facettenreichtum, der seinesgleichen sucht, zwischendurch wandert das ostinate Thema auch mal durch die Oberstimmen, das ganze in teilweise recht dramatischen Harmonien. An die eigentliche Passacaglia schließt sich eine Fuge über dasselbe Thema an.