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14.09.2009 21:14 Uhr
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Eiskalt bläst der „Sturm“ – und die Bestie Mensch grinst hautnah

Dieser „Sturm" bläst eiskalt ins Gesicht, drückt die Besucher hart in ihre weichen Kinosessel. Mit seiner Realitätsnähe und der Allgegenwärtigkeit der Bestie Mensch fesselt der aufwühlende Politthriller von Regisseur Hans-Christian Schmid nicht nur, er schnürt die Kehle zu, macht wütend und ängstlich zugleich.

Wieder mal Bosnien, mag man zunächst denken. Doch der am 10. September bundesweit in den Kinos angelaufene Film berichtet nicht aus der Distanz über einen relativ fernen Schauplatz von Krieg und Völkermord. Er schleicht sich vielmehr ganz subtil in das Hier und Jetzt. Die Welt ist global - und die Bestie Mensch lauert überall und jederzeit.

„Sturm" erzählt von der Anklägerin Hannah Maynard (Kerry Fox, „Intimacy") am internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Sie versucht, die junge Bosnierin Mira (Anamaria Marinca) als Zeugin im Prozess gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher zu gewinnen. Die aber zögert. Soll sie ihr neu aufgebautes Leben in Berlin in Gefahr bringen, indem sie in Vergangenem rührt?

Beide Frauen geraten in ein gefährliches Spannungsfeld zwischen Wahrheitssuche, Drohungen bosnisch-serbischer Nationalisten und Interessen der internationalen Politik - und erleben zunehmend die scheinbare Unmöglichkeit, durch Recht letztlich Gerechtigkeit zu erfahren.

Regisseur Schmid gelingt es gemeinsam mit einem ausgezeichneten Ensemble, die großen Zusammenhänge gekonnt mit den kleinen Dingen des täglichen Lebens zu kombinieren. Nicht zuletzt das lässt uns „Sturm" so hautnah und gegenwärtig erleben. Wir sind mittendrin in diesem Grauen.

H.G.

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