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Der Wahnsinn am Kunstmarkt - kultur-szene.de
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15.05.2010 17:05 Uhr

Der Wahnsinn am Kunstmarkt

Es wird so oft über die Preise für ein Kunstwerk gelästert, dass es Künstler schon gar nicht mehr hören können, wenn einer wieder damit anfängt. Soll das Werk jetzt 500 Euro oder 5000 Euro kosten. Könnte der Künstler das nicht stiften oder kostenlos ausstellen? Eine Ausstellung bringt ja immer Publicity? Während sich tausende Künstler am Existenzminimum bewegen, werden für bekannte Werke bekannter Künstler Millionenbeträge ausgegeben. Wer leidet unter dem Wahnsinn?

Der Modemacher Tom Ford verkaufte beim Auktionshaus Sotheby das Selbstportrait von Andy Warhol für 29 Millionen Dollar. Es handelt sich dabei um ein Foto, das höchstens 10 Euro Materialwert hat. Darauf ist der unfrisierte Andy Warhol zu sehen. Der gesunde Menschenverstand ist bei der Zusammensetzung des Preises auszuschalten.

Das Bild Flag von Jasper Johns wurde bei Christies für 25,5 Millionen verkauft. Auf dem Bild ist die amerikanische Flagge zu sehen. Jeder der einen Pinsel halten kann, könnte theoretisch das Bild malen. Wie kommen diese Preise zustande und warum werden sie weiterhin stabil bleiben?

Darauf wird niemand wirklich eine Antwort finden. Auch dass das Bild Flag als Vorbesitzer den verstorbenen Bestsellerautor Michael Crichton hatte, hilft nicht bei der Preisfindung.

Wer die Arbeiten übers Telefon gekauft hat, ist unbekannt. Wenn man sich vorstellt, dass der Jahres-Durchschnittsverdienst eines Künstlers in Deutschland bei 10.000 Euro liegt, kann man nur den Kopf schütteln in was für einer Welt wir leben.

Nur mal hochgerechnet:
Produziert ein Künstler 58.000 Werke, die er für 500 Euro pro Stück verkauft, dann kommt er auf den Betrag des Warhol Fotos. Würde er jeden Tag ein Bild malen, müsste er allerdings 158 Jahre alt werden und bei seiner Geburt anfangen.

15.05.2010 Bernhard Wiesbeck

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