| << Zurück | 08.03.2010 03:44 Uhr |
Auszüge aus einem Interview zwischen Kultur-Szene und Gido:
Kultur-Szene: „Gido. Sie wollten früher mal Kunst studieren. Ist das richtig?"
Gido: „In der Oberstufe war das mal ein Thema. Mein Kunsterzieher bescheinigte mir allerdings Talentfreiheit. Seitdem entwickelte ich eine Aversion gegen Kultur im allgemeinen."
Kultur-Szene: „Gido, wie sehen Sie den Stand der Künstler im Moment?
Gido: „Künstler befinden sich in einem Nirwana des Nichtstuns."
Kultur-Szene: „So weit ich gehört habe, kaufen Sie aber gelegentlich Arbeiten dieser angeblich untätigen Gesellen?"
Gido: „Ich kaufe, wenn die Jungs noch unbekannt sind und das zu Spottpreisen."
Kultur-Szene: „Damit geben Sie aber zu, dass in der Branche gearbeitet wird."
Gido: „Diese Schmarotzer verschwenden Zeit mit sinnlosem Rumexperimentieren. Als Politiker brauche ich allerdings deren Stimme. Ich behalte die gekauften Arbeiten ein paar Jahre und verkauf das Zeug dann wieder. Die haben ja kein Geld, verwenden billige Materialien und wer weiß, ob die Sachen nicht anfangen zu schimmeln."
Kultur-Szene: „Sie machen aber ordentlich Profit damit."
Gido: „Wenn sie die Lagerkosten und das Handling zusammen rechnen, bleibt unterm Strich von dem 1.000 % Aufschlag kaum genug, um sich ein Haus davon zu kaufen."
Kultur-Szene: „Fällt das nicht ein bisschen unter die Kategorie - Ausbeutung von Minderheiten."
Gido: „Die Lieblingsbeschäftigung von Künstlern ist doch das Erregen von öffentlichem Ärgernis. Deren Beitrag zum Sozialprodukt neigt sich doch gegen Null. Die liegen doch dem Steuerzahler nur auf der Tasche. Dies muss mal klar gesagt werden."
Kultur-Szene: „Ist das nicht eine harte Beschuldigung?"
Gido: „In unserer Gesellschaft muss es noch möglich sein, jeden Bürger öffentlich zum sinnvollen Arbeiten aufzurufen. Es muss sich lohnen, ehrliches Handwerk zu vollbringen, anstatt die Zeit mit zweckfreien, unrationellen, nur dem Ästhetischen verpflichteten Arbeiten zu vergeuden. Die Dummen sind schließlich die ehrlichen Arbeiter, da sie die unproduktiven Künstler mit ernähren müssen."
Kultur-Szene: „Entschuldigung, aber wir glauben, dass Sie doch nicht der Richtige sind um bei Kultur-Szene qualifizierte Stellung zu beziehen."
Gido: „Ich sage Ihnen jetzt, was Sie schreiben werden, sonst mache ich Ihren Laden dicht...!"
Das Kulturmagazin Kultur-Szene freut sich auf die zukünftigen, qualifizierten Beiträge von Gido in der Kolumne „Klartext", die mit unseren Vorstellungen auf einer Welle liegen.
08.03.2010 Bernhard Wiesbeck
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