| << Zurück | 25.02.2010 23:53 Uhr |
Kein Mensch kennt den Ort Molfsee bei Kiel. Dennoch wehren sich die 5000 Einwohner gegen die Darstellung von Gebäuden des Ortes im Netz durch den Geodienst „Street View" des Internetdienstes Google. Bürgermeister Roman Hoppe argumentiert mit dem etwas verstaubten Argument "Die Straße ist zum Fahren da und nicht zum Fotografieren". Angeblich sehen die Einwohner der Gemeinde ihre Persönlichkeitsrechte gefährdet und hatten den Aufnahmen widersprochen. Auch fürchteten sie, für Einbrüche ausgespäht zu werden.
Jetzt fordert auch die Ministerin Ilse Aigner (CSU) vom Internetkonzern Google eine vollständige Aufklärung über den geplanten Dienst "Street View", der detaillierte Straßen- und Häuseransichten ganzer Städte zeigen wird. "Ich erwarte von Google, dass der Konzern offenlegt, wo und wie die Bilder gespeichert und mit welchen privaten Daten sie verknüpft werden sollen", sagte Aigner. Sie forderte Google auf, nicht nur Gesichter und Nummernschilder, sondern Personen und Kfz ganz und gar unkenntlich zu machen. Auch müssten Menschen, die das Internet nicht nutzten, über ihre Rechte informiert werden. Google will noch in diesem Jahr mit "Street View" vollständig online gehen.
Unsere Meinung: „Street View" ist eine Klasse Idee. Endlich kann man vorab ansehen, was einem an anderen Orten erwartet. Wer sich dagegen wehrt oder keinen Internetanschluss hat, den fasziniert wahrscheinlich auch die Steinzeit, als man glaubte die Erde sei eine Scheibe. Die Idee ist zukunftsweisend und sollte ohne Verzögerung umgesetzt werden. Wir warten drauf.
Hier gibt's Infos zu Street View:
http://maps.google.com/intl/de/help/maps/streetview/faq.html
Hier beantwortet Google Fragen zum Street View
http://maps.google.de/help/maps/streetview
25.02.2010 Bernhard Wiesbeck