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Kult - Hard Rock Cafe - kultur-szene.de
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18.02.2010 00:11 Uhr

Kult - Hard Rock Cafe

Es war 2 Jahre nach dem Tod von John Lennon, als ich das erste Mal in meinem Leben ein Hard Rock Café betrat. Es war irgendwo in Amerika, wo genau kann ich nicht sagen, weil ich 300 Stunden der 6 wöchigen Reise in einem Greyhound Bus saß und schlaftrunken oft nicht mehr wusste, wo ich gerade ausgestiegen war. Ich erinnere mich nur noch an die Faszination, dass dort persönliche Gegenstände und Fotos meines Idols John Lennon einfach so an den Wänden rumhingen. Bei einem aktuellem Besuch im Hard Rock Cafe in Berlin kamen kultige Erinnerungen hoch.

Es ist, als ob man tief in eine Rockhöhle eindringt. Das Tageslicht hat hier nichts verloren, im Totenschrein alter Legenden. Das Licht kommt aus kleinen Strahlern die Fotos, Gitarren und Goldene Schallplatten beleuchten. Man kann nicht genau identifizieren woher der Beat der Musik kommt. Links ein Shop mit Souvenirs, T-Shirts und Anhänger mit Hard Rock Logos.

Hinter einer weißen Gitarre steht ein schwarz gekleideter freundlicher junger Mann: „Trinken? Essen? Wie viele Personen?" Ein junges Mädchen von rechts schnappt uns und bietet ein paar Tische an. Das ist wichtig, denn der richtige Blickwinkel verspricht die mentale Gegenwart unterschiedlicher Rocklegenden. „The Who" sind scheinbar momentan sehr gefragt oder eher "Fleetwood Mac".

Die Kellner, alle gleich ausgebildet. Es soll ein freundliches, persönliches, amerikanisches Flair rüberkommen. „In allen Hard Rock Cafes laufen die gleichen Musikvideos zur selben Zeit", meinte der Kellner mit einem Augenzwinkern, weil ich die Videos interessanter fand als seinen Anblick. Damals auf Fernsehern, heute auf Flat-Screens. Es herrscht eine gastliche Freundlichkeit, auch weil wir sofort in die englische Sprache abwandern. Das scheint die Vorraussetzung für die Einstellung der Mitarbeiter zu sein: Ein amerikanischer Akzent, besser noch ein gebürtiger Ami zu sein, obwohl das erst Cafe 1971 in England aufgemacht wurde.

„Kann ich hier Fotos machen?" Es kommt keine Antwort, nur zwei offene Arme und dann ziehe ich los und mache ein paar Schnappschüsse. „A beer and the Legendary, please". Dieses "the" ist wichtig, weil es mittlerweile mehrer von diesen 280 Gramm Burgern mit Pommes und Salat gibt. Dann dreht man mir noch für einen Euro ein grünes Armband an, irgend ein Teen Challenge Bobay Dings-Bums. Ich zahle gleich und bekomme eine Quittung als Beleg, dass mein Geld auch wirklich an die richtige Stelle weitergeleitet wird.

Ich war früh dran heute und hatte, wegen des ausgelassenen Mittagessens noch ein wenig Platz für eine Nachspeise. Statt einer Speisekarte kam der Ober mit einem Tablett auf dem alle Nachspeisen im Original standen. Ein heißer Browny im Glas mit einer riesigen Kugel Vanilleeis tief unter einem Berg Schlagsahne, Schokocreme und Walnüssen sind es letztendlich geworden.

Die Zeit vergeht immer so schnell im Hard Rock Cafe, aber die Bilder und Eindrücke bleiben einem für immer im Kopf und entflammen traumwandlerische Erinnerungen, an glorreiche, vergangene Tage.

Es gibt für jeden weit mehr zu entdecken im Hard Rock Cafe, als meine Erinnerungen: http://www.hardrock.com  

18.02.2010 Bernhard Wiesbeck

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