Michael Jackson lebt
Das war der PR Gag des Jahres 2009 und alle haben es geglaubt. Da wurde eine riesige Show abgezogen, Tränen flossen, Reden wurden geschwungen. Bei allem was uns heilig ist, es ist einfach nicht wahr, dass Michael Jackson gestorben ist. Es ist auch nicht das erste mal, dass wir auf so eine traurige, frustrierende Nachricht reingefallen sind.
Es ist dunkel. Ein leiser Beat setzt im Hintergrund ein. Jemand schnippt rhythmisch mit den Fingern. Es ist kein geringerer als Elvis Presley der „King of Rock and Roll". Ein Scheinwerfer fällt auf sein Antlitz.
Dann ein zweiter Scheinwerfer. Die schwarz-weiß Reflexionen zeigen James Brown den „Godfather of Soul". Er wirft ein „Hit me - Take me to the Bridge" ein.
Ein paar Gitarrenriffs folgen. Das Licht fällt auf einen Gitarrespieler am Boden. Ist das etwa John Lennon, der da auf dem Instrument vor sich hinmeditiert? Ja er ist es.
Was für eine Show. Das Publikum klatscht im Takt und kreischt. Das Klavier setzt ein. Hinter diesem sitzt kein geringerer als Ray Charles.
Der Saal tobt. Ein paar Mädchen in der ersten Reihe werden ohnmächtig weggetragen, noch bevor er die Bühne betritt. Michael Jackson ist jetzt zu erkennen. Er erstarrt im Licht. Ja er lebt. Der „King of Pop" lebt, es ist wahr.
Feuerwerk, tausend Lichter erhellen das Dunkel. Das Konzert der Superlative beginnt und wir dachten Sie seien alle tot. Wir hätten es besser wissen sollen. Musikgötter sterben nicht. Sie geben ihre Konzerte jetzt nur vor sehr, ... je sehr ausgewähltem Publikum. Was für eine unsterbliche Show das werden wird.
15.01.2010 Bernhard Wiesbeck
Kommentare
Newsletter abonnieren
Freunden empfehlen
Weitere Artikel
Zwischen Burn-out und Bore-out
Überfordert oder Unterfordert? Wie läuft das in der kreativen Branche? Wenn es nur die Arbeit wäre, die uns Kreativen auf den Schultern lasten würde, dann wären wir wahrscheinlich rund um glücklich. Wäre da nicht der Verkauf, die Steuer, das Finanzamt, die kritischen Kulturbanausen und ein irrsinniger Wulst an Papierkram. Wie kriegt man das bloß auf die Reihe?
[mehr]
Großmeister Peter Maffay
Peter Maffay ist auf die gleiche Schule gegangen wie ich, ein paar Jahrgänge früher. Damals kannte ihn noch keiner. Er hatte gerade einen seiner ersten Auftritt in der Drehscheibe, im ZDF. Der Musiklehrer war den Tag darauf äußerst verwirrt und verstand die Welt nicht mehr und schüttelte nur den Kopf. Denn der Peter musste die Schule verlassen, nachdem er zwei mal durchgefallen war. Hier gibt's das Resümee und Pläne eines Sitzenbleibers und welchen bleibenden Eindruck er bei seinen Lehrern hinterlassen hat.
[mehr]
Die kreative Macht des Papstes
Es ist eine traurige Welt in der wir leben. Oft kann man nicht nachvollziehen, was andere Menschen zu schrecklichen Taten treibt. Noch schlimmer ist es, wenn sie daraus Profit ziehen. Am besten setzt man seine Schandtaten ganz oben an, dann ist Aufmerksamkeit gewiss. Und so wird's gemacht, um als Autor berühmt zu werden und einen angekündigten Bestseller zu generieren.
[mehr]
Diese Seite verlinken