| << Zurück | 15.04.2010 03:47 Uhr |
Interview:
Kultur-Szene: „Herr Reich-Raprotzki. Sie haben sicherlich eine harte Zeit hinter sich. 30 Jahre alleine in einem geheimen Bibliotheksbunker. Hat Sie die Hoffnung auf eine Befreiung am Leben erhalten?"
Reich-Raprotzki: „Menschen sind wie Tiere. Sie stinken und fluchen. Ihre dümmliche Frage zeigt auch, wie völlig verblödet sie der Umgang mit Menschen macht. Ihre niederen Bedürfnisse, liegen ihnen wie übelriechender Schweiß auf der Unterlippe, entfesseln Worte deren Sinn ihre eigene Inkompetenz schwängert."
Kultur-Szene: „Das war aber jetzt nicht sehr nett. Halten Sie sich denn für qualifiziert, als Berater für Menschlichkeit und soziale Kompetenz zu agieren?"
Reich-Raprotzki: „Ich habe sie alle gelesen. Alle Bücher die je geschrieben wurden. Mein Gehirn beinhaltet alles Wissen dieser Welt und ich sage ihnen, es ist nicht der Mensch, nicht das Buch und nicht das Wort das wichtig ist. Es ist die reine, pure Literatur die zählt, eine Macht die uns frohlockend wie ein Blätterwald die Sicht auf das menschliche Versagen erspart."
Kultur-Szene: „Das klingt jetzt alles ein bisschen verwirrend. Sind sie auf Traumata oder psychische Schäden untersucht worden?"
Reich-Raprotzki: „Ich habe während meines Exils 200 Doktorarbeiten geschrieben und habe zusätzlich 100 Ehrendoktortitel bekommen. Ich bin die einzig wahre Kapazität auf allen Sachgebieten."
Kultur-Szene: „Haben Sie in der Abgeschiedenheit irgend etwas vermisst?"
Reich-Raprotzki: „Aber Bitte. Was sollte ich vermissen. Ich habe tausende von Leben gelebt. Abenteuer überstanden. Kinder großgezogen. Frauen verführt."
Kultur-Szene: „Aber das sind doch alles nur erfundene Geschichten aus Büchern. Das hat doch mit der Realität nichts zu tun."
Reich-Raprotzki: „Das ist die Realität, mein Lieber. Wir Menschen werden untergehen, aber die Bücher werden überleben. Sie sind die Zeugen unserer Existenz und hoffen Sie darauf, dass die nächsten Generationen nicht erfahren, dass es nur wenige sind, die wirklich schreiben können. Jeder versucht heutzutage, sich irgend etwas geistiges von der Seele zu schreiben und es ist meine Bestimmung diesen Müll, diesen geistigen Mist auszusortieren. Er darf nicht in die Gehirne unserer Kinder und Kindeskinder eindringen. Nur reine, klare Literatur ist es was unser Gehirn benötigt."
Kultur-Szene: „Danke für das Gespräch und wir sind gespannt auf Ihre Beiträge. Kennen Sie denn den Namen unseres Kultur-Magazins?"
Reich-Raprotzki: „Ich kenne den Namen nicht. Habe ihn noch nie gehört. Selbst wenn ich ihn wüsste, würde er mir nichts bedeuten. Ich will ihn auch gar nicht kennen. Es ist mir egal. Hören Sie. Es ist mir egal... Es ist alles ... Mir ist alles egal. Ich will wieder zurück in meine Bibliothek."
15.04.2010 Atze Reich-Raprotzki