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Sport ist Mord - kultur-szene.de
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13.02.2010 23:49 Uhr

Sport ist Mord

Jetzt ist es wieder passiert. Das zweite mal wird eine Winter Olympiade von einem tödlichen Unfall überschattet. Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili (21) ließ beim Abschlusstraining auf der Bahn von Whistler im Kanadischen Vancouver für seinen Traum sein Leben. Die kreative Branche akzeptiert ja auch nur Spitzenleistung. Keiner ist als Supertalent geboren und um besser zu sein als andere, riskieren ein paar Wagemutigen alles. Ist das wirklich notwendig?

Ja! So eine Tragödie sollte als Anlass genommen werden, um mal über das Leistungsdenken unserer Gesellschaft öffentlich zu reden und dieses zu kritisieren. Wir als Zuschauer sind verantwortlich, nicht eine zu schnelle Bahn. Wir belohnen Leistung und verehren die Besten. Sie kommen auf die Titelseite und werden zu unserem Tagesgespräch.

Speziell junge Menschen, denen vielleicht manchmal die nötige Erfahrung fehlt, riskieren alles um uns zu gefallen. Wir sind eine Wettbewerbsgesellschaft. Wir verehren die Mutigen, die Tapferen, die Kämpfer und vergessen, dass all das kein besseres Leben verspricht.

Macht Erfolg wirklich glücklich? Wie viele scheitern auf dem Weg in den Olymp der Bewunderung. Es ist schrecklich was da passiert ist. Müssen Superlativen und neue Weltrekorde wirklich sein? Nodar war 21 und hatte sein ganzes Leben noch vor sich. Wir wünschen uns, dass sein Tod uns als Mahnung in Erinnerung bleibt, nicht immer Spitzenleistung zu fordern und wir uns selbst zurücknehmen von den Menschen in unserem Umfeld Perfektionismus und Außergewöhnliches zu fordern.

13.02.2010 Bernhard Wiesbeck

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