| << Zurück | 20.03.2010 07:49 Uhr |
Wer gerne im Lampenlicht steht und sich extrovertiert präsentiert, der hat einen Vorteil: „Er wird wahrgenommen". Gehen Sie mal in einen Buchladen und sehen sie die Bücherregale durch. Tausende von Namen und Titel. Den ein oder andern hat man schon gehört. Ob negativ oder positiv ist in diesem Fall egal. An die Details kann man sich nicht erinnern, aber der Name ist im Gedächtnis.
Sie bekommen eine Einladung zu einer Ausstellung. Sie erfahren im Vorfeld nichts über den Künstler und seine Werke - warum sollten sie hingehen. Noch schlimmer, wenn am nächsten Tag nicht mal was in der Zeitung darüber steht - so hat man auch nichts versäumt.
Hier setzt die große Kunst des Marketings und Vermarktens an. Wer bin ich? Was will ich? Welche Ziele habe ich? Will ich von meiner Kunst leben? Hobby oder Beruf? Was kann ich am besten? Was will der Markt? Passe ich in den Markt?
Jeder fängt in der Ortsliga an. OK, mit Geld kann man schon mal in die Regionalliga einsteigen. Dennoch muss sich das Ganze rechnen. Allerdings gibt es nicht wirklich ein besser oder schlechter in der kreativen Branche.
Da wird Kunst schon mal kaputt gemacht, weil sie kommerziellen Zwecken dient oder sogar missbraucht wird. Auch ist als wahre Kunst verpönt, was sich dem Markt anpasst. Leider ist es meistens ein Glückstreffer, wenn eine neue anerkannte Stilrichtung kreiert wird oder etwas den Geist der Zeit trifft und man ein Vermögen damit macht.
Heute werden viele Stars gemacht durch Wettbewerbe, Stipendien und Castings. Dennoch wird diese Art immer mehr anerkannt, auch aus dem Grund, weil man sich gegenüber vielen anderen durchsetzen muss. Obwohl hier das Publikum, also der Markt entscheidet, können die Künstler gut davon leben. Aber auch hier gilt: „Selbstständigkeit ist wie ein Schubkarren, wenn er nicht geschoben wird dann steht er".
Als Resümee könnte man den Schluss ziehen und das hat schon Karl Valentin gesagt: „Kunst ist viel Arbeit" und oft streift das Glück den Fleißigen. Also ran an die Arbeit.
20.03.2010 Bernhard Wiesbeck