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08.09.2009 08:00 Uhr
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Charmeur Chailly: Drei Ausrufezeichen in sechs Tagen

Wenn mit Kapellmeister Riccardo Chailly einer der international höchstdekorierten Dirigenten und mit dem Ensemble des Leipziger Gewandhauses eines der zehn besten Orchester der Welt gemeinsam musizieren, dann ist beinahe zwangsläufig Großes angesagt. Zum Höhepunkt der weltweiten Feiern des 200. Geburtstages von Gewandhaus-Ikone Felix Mendelssohn Bartholdy (3.2.1809-4.11.1847) übertraf sich diese Kombination aber selbst - und setzte vor einem enthusiastisch jubelnden Publikum drei Ausrufezeichen in sechs Tagen.

Gustav Mahlers 10. Sinfonie bildete den Abschluss einer sensationellen Festtagswoche unter der Regie von Riccardo Chailly, die unter anderem mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Hebriden"-Ouvertüre, Mendelssohns 1. Klavierkonzert (Piano: Saleem Abboud Ashkar), Beethovens 4. Klavierkonzert (Piano: Maurizio Pollini) und Mendelssohns Italienischer Sinfonie begonnen hatte.

Mit raffinierten Stückekombinationen, einem symbolträchtigen Gesamtprogramm und einem perfekt geführten und zu Höchstleistungen angespornten Orchester hat Gewandhaus-Kapellmeister Riccardo Chailly nicht nur seine eigene herausragende Klasse mitreißend unter Beweis gestellt, sondern auch dem von ihm so verehrten Felix Mendelssohn Bartholdy wertvollen Beistand auf dem Weg an die Spitze des Musik-Olymps geleistet.

Für alle, die es noch nicht wissen oder wahrhaben wollten: Im Rahmen der Leipziger Mendelssohn-Festtage 2009 wird überaus deutlich, welch ein herausragendes Genie und was für ein phänomenaler Macher Felix Mendelssohn Bartholdy war. Vielleicht der Größte der Großen sogar.

Riccardo Chailly selbst darf sich auch zu den ganz Großen weltweit zählen. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert schon ist der charmante Italiener auf allen bedeutenden Bühnen der Musikwelt zu Hause, hat vor sämtlichen herausragenden Orchestern bereits den Taktstock geschwungen, wurde international mit Auszeichnungen überhäuft, hat über 150 CDs eingespielt, darunter viele prämierte Bestseller.

Bevor der Mann aus Milano als Kapellmeister ans Leipziger Gewandhaus wechselte, war er unter anderem für das nicht minder berühmte Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam 16 Jahre lang von 1988 bis 2004 als Chefdirigent verantwortlich. Auch in seiner Heimat, wo ihm unter anderem 1998 der Titel Cavaliere di Gran Croce der italienischen Republik verliehen wurde, liegen Charmeur Chailly die Menschen zu Füßen.

Selbst dem Laien fällt während eines Konzerts sofort ein wesentliches Erfolgskriterium von Riccardo Chailly auf: Der Mann aus Milano zelebriert die Musik nicht nur, er lebt sie vor - mit höchster Intensität und Leidenschaft. Schon der heftig sprühende Funkenflug zwischen Kapellmeister und Gewandhausorchester wird damit zum besonderen Ereignis und Erlebnis. Nicht zuletzt das verbindet Riccardo Chailly mit einem seiner wichtigsten Ahnherren, der Gewandhaus-Ikone Felix Mendelssohn Bartholdy.

H.G.

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