| << Zurück | 18.06.2010 13:14 Uhr |
Franz Schmidts vierte Sinfonie gehört eindeutig nicht zum Standardrepertoire auf den deutschen Spielplänen. Für Besucher des Konzertes am 29. Januar 2010 war die Auffüh-rung des opulenten Werkes eine echte Entdeckung und die Interpretation des Beethoven Orchester überzeugte auf der ganzen Linie.
Der Komponist Franz Schmidt (1874 - 1939) wuchs in Wien auf, machte sich als Cellist und Dirigent einen Namen und konzentrierte sich während seiner letzten Lebensjahre ganz auf das Komponieren. Sein beruflicher Erfolg stand in krassem Gegensatz zu seinem Privatleben, das von tragischen Ereignissen geprägt war. Die Sinfonie Nr. 4 C-Dur ent-stand kurz nach dem schmerzlichen und völlig unerwarteten Tod seiner Tochter und Franz Schmidt selbst bezeichnete sie als „Requiem für mein geliebtes Kind". Trauer, Me-lancholie, doch auch das Streben nach wahrer und tröstlicher Schönheit prägen dieses spannungsvolle und hochgradig sensibel komponierte Stück.
Das Beethoven Orchester Bonn etabliert mit der neuen CD-Serie eine zeitgemäße Präsen-tationsform und beweist sein ebenso modernes wie selbstbewusstes Auftreten, das seit zwei Jahren die markante und erfolgreiche Handschrift des Generalmusikdirektors Stefan Blunier trägt.

Weitere Live-CDs sind geplant. Im September 2010 erscheint die nächste Veröffentli-chung im Rahmen der neuen Serie bei MDG LIVE. Die Oper „Der Golem" von Eugene d'Albert ist ein Live-Mitschnitt aus der Oper Bonn vom Januar 2010.
http://www.beethoven-orchester.de
18.06.2010 Bernhard Wiesbeck
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