musica reanimata: Vladimir Vogel wiederentdeckt im Gesprächskonzert
Foto: Boosey Hawkes
Entdeckungsreise, Kulturgenuss und gesellschaftskritische Analyse in einem Atemzug: Im Gesprächskonzert im Musikclub des Konzerthauses Berlin wird am Donnerstag, dem 10. Dezember, um 20 Uhr Vladimir Vogel und seine Klaviermusik vorgestellt. Aufgrund seiner deutschen Staatsangehörigkeit war der in Moskau aufgewachsene Komponist im Ersten Weltkrieg im Ural interniert. Veranstalter der Reihe ist der Förderverein zur Wiederentdeckung NS-verfolgter Komponisten und ihrer Werke, „musica reanimata e.V."
Vladimir Vogel studierte in Berlin Komposition bei Heinz Tiessen und Ferruccio Busoni und machte sich in Avantgarde-Kreisen bald einen Namen. Wegen seiner russisch-jüdischen Mutter und seines Engagements für den deutsch-sowjetischen Kulturaustausch und die Arbeitermusikbewegung sah er sich im Mai 1933 zur Flucht gezwungen und fand endlich ein Domizil in der Schweiz, wo er bis ins hohe Alter musikalisch produktiv war. In seiner Klaviermusik, die Kolja Lessing präsentiert, geht er den Weg von der Skrjabin-Nachfolge zu sehr individueller, klangbetonter Zwölftonkomposition.
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