Wer in den kreativen Branchen seine berufliche Heimat gefunden hat, der kann ein Lied davon singen. Wenn Unbekannte und Außenseiter plötzlich Aufmerksamkeit bekommen, dann flippen sie aus. Es gibt halt zwei Welten. Die private und die des Stars. Das Publikum ist nicht wirklich an den persönlichen und privaten Querelen von Pseudoprominenten interessiert. Erst wenn sich jemand als Star etabliert hat, macht es Spaß, auch mal die ausgeflippte Seite kennen zu lernen. Wer allerdings damit nicht in der Öffentlichkeit spielen kann, sollte besser ruhig und demütig auftreten. Langfristig schaden öffentlich ausgetragene Emotionen meistens.
Die etwas übergewichtige Casting Teilnehmerin Nina Richel flippt bei DSDS regelmäßig aus, hat Nervenzusammenbrüche und führt den unendlichen Zickenkrieg zwischen den Kandidaten an. In der Öffentlichkeit kann man dieses kleinkarierte Verhalten nur schwer nachzuvollziehen. Wer will wirklich mit so jemand zusammenarbeiten, geschweige denn sich identifizieren.
Die Jungs zeigen sich allerdings smart. Der 16 jährige Sebastian Wurth glänz durch professionelle Auftritte und wird jetzt schon als Teenie Idol gefeiert. Er geht zwischen den Auftritten zur Schule und in seiner Klasse haben alle Jungs die gleiche etwas angeklatschte Frisur, wie Bohlen diese bezeichnete.
Witzig ist Pietro Lombardi. Seine smarte Verpeiltheit lockert die angespannte Atmosphäre etwas auf. Von Bohlen bekommt er, wenn er keine Texthänger hat immer Geld bar auf die Hand. Beim letzten Auftritt reichte es aber nur für einen in zwei Hälften gerissenen 200 Euro Schein. Die zweite Hälfte gibt es vielleicht beim nächsten Mal. Vielleicht.
Um das DSDS Syndrom zu vermeiden und um seine Prioritäten zu fokussieren, ist es wichtig, den langfristigen Effekt seines Verhaltens und seiner Aussagen zu bedenken. Ein spontaner Sieg durch verzweifeltes Wortspiel oder Dramatisierung der eigenen Person geht oft nach hinten los.
Das Publikum kann man nur mit Leistung und Begeisterung überzeugen. Um eine perfekte Show hinzulegen, sollte man sich aufs Üben und Besserwerden konzentrieren. Sonst steht man als schlecht gelaunter Entertainer auf der Bühne und dieses DSDS Syndrom wird zur ansteckenden Krankheit, die man wirklich nicht braucht.
Mehr Info unter: http://www.rtl.de/cms/unterhaltung/superstar.html
07.03.2011 Dita