Start Kunst Literatur Musik Bühne Medien Leben Shop Kalender Kultur-Netzwerk Nachrichten
07.03.2011 13:00 Uhr
<< Zurück

Das DSDS Syndrom

Foto RTL: Dieter Bohlen
Dieter Bohlen ist Juror der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar". Geschickt wird hier alltäglicher Zoff werbetechnisch umgesetzt. Musik alleine macht‘s nicht. Um heutzutage in die Medien zu kommen, muss man auch mal marketingtechnisch die Hosen runterlassen können. Da kommen aufkeimende Starallüren und Bühnenstress gerade recht, um sich in Szene zu setzen. Das DSDS Syndrom ist eine weitverbreitete Krankheit im Showbusiness. Was hat es damit auf sich?

Wer in den kreativen Branchen seine berufliche Heimat gefunden hat, der kann ein Lied davon singen. Wenn Unbekannte und Außenseiter plötzlich Aufmerksamkeit bekommen, dann flippen sie aus. Es gibt halt zwei Welten. Die private und die des Stars. Das Publikum ist nicht wirklich an den persönlichen und privaten Querelen von Pseudoprominenten interessiert. Erst wenn sich jemand als Star etabliert hat, macht es Spaß, auch mal die ausgeflippte Seite kennen zu lernen. Wer allerdings damit nicht in der Öffentlichkeit spielen kann, sollte besser ruhig und demütig auftreten. Langfristig schaden öffentlich ausgetragene Emotionen meistens.

Die etwas übergewichtige Casting Teilnehmerin Nina Richel flippt bei DSDS regelmäßig aus, hat Nervenzusammenbrüche und führt den unendlichen Zickenkrieg zwischen den Kandidaten an. In der Öffentlichkeit kann man dieses kleinkarierte Verhalten nur schwer nachzuvollziehen. Wer will wirklich mit so jemand zusammenarbeiten, geschweige denn sich identifizieren.

Die Jungs zeigen sich allerdings smart. Der 16 jährige Sebastian Wurth glänz durch professionelle Auftritte und wird jetzt schon als Teenie Idol gefeiert. Er geht zwischen den Auftritten zur Schule und in seiner Klasse haben alle Jungs die gleiche etwas angeklatschte Frisur, wie Bohlen diese bezeichnete.

Witzig ist Pietro Lombardi. Seine smarte Verpeiltheit lockert die angespannte Atmosphäre etwas auf. Von Bohlen bekommt er, wenn er keine Texthänger hat immer Geld bar auf die Hand. Beim letzten Auftritt reichte es aber nur für einen in zwei Hälften gerissenen 200 Euro Schein. Die zweite Hälfte gibt es vielleicht beim nächsten Mal. Vielleicht.

Um das DSDS Syndrom zu vermeiden und um seine Prioritäten zu fokussieren, ist es wichtig, den langfristigen Effekt seines Verhaltens und seiner Aussagen zu bedenken. Ein spontaner Sieg durch verzweifeltes Wortspiel oder Dramatisierung der eigenen Person geht oft nach hinten los.

Das Publikum kann man nur mit Leistung und Begeisterung überzeugen. Um eine perfekte Show hinzulegen, sollte man sich aufs Üben und Besserwerden konzentrieren. Sonst steht man als schlecht gelaunter Entertainer auf der Bühne und dieses DSDS Syndrom wird zur ansteckenden Krankheit, die man wirklich nicht braucht.

Mehr Info unter: http://www.rtl.de/cms/unterhaltung/superstar.html

07.03.2011 Dita

Kommentare

Newsletter abonnieren

Ihre EMail:
Ihr Vorname:
Ihr Nachname:

Freunden empfehlen

Weitere Artikel

Heidi Klums Next Flop Model Auf Pro 7 startet heute am Donnerstag den 3. März um 20.15 Uhr Heidi Klums „Germany's Next Topmodel". Während bei anderen Casting-Shows das Publikum voten darf, herrscht hier, die von Karl Lagerfeld gehasste Klum. Damit die Castingshow nicht zum Flop wird, hat sich Heidi einiges einfallen lassen, um von der Konkurrenz die Zuseher zurückzuholen. [mehr]
Guttenberg unschuldig Karl-Theodor zu Guttenberg ist heute als Verteidigungsminister zurückgetreten. Deutschland, speziell die Medien sind gefräßige Kannibalen geworden. Vielleicht geht es uns zu gut, vielleicht machen uns unsere Egozentrik und unsere Dekadenz blind. Während in anderen Ländern Despoten herrschen, nörgeln wir aus Langeweile. Deutschlands Medien sollten ihre Scheuklappen ablegen und sich um schwerwiegendere Probleme kümmern. [mehr]
Haushalten – das magische Wort am Kunstmarkt Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Spielbank und haben 100 Euro dabei. Klar, Sie wollen das Casino als reicher Mann verlassen und suchen sich die höchsten Gewinnchancen. Sie gehen an den Roulettetisch und setzen auf die Zahl 9, weil sie am 9. September Geburtstag haben. Es kommt die Zahl 8. Sie haben alles verloren. Es reicht nicht mal für einen entspannten Drink an der Bar. Nachdem Sie deprimiert im Casino rumhängen und anfangen zu pöbeln, wirft man Sie raus. So geht es vielen Kreativen, beim ersten Versuch den Kunstmarkt zu erobern. - Haushalten ist das magische Wort. [mehr]

Diese Seite verlinken

Anzeige

Wettbewerb: Bild des Monats

Anzeige

Fotogalerien

Wettbewerb: Video des Monats

Kultur-Netzwerk Cafe