| << Zurück | 21.10.2011 11:18 Uhr |
Diese neuzeitliche, konstruktive Apokalypse für menschliche Wertvorstellungen ist dennoch mit etablierten gesellschaftlichen und kulturellen Werten nicht fassbar. Sie schleicht sich wie ein Virus in unser System und setzt sich dort fest. Unser staatlicher Organismus ist haltlos damit überfordert, diese wuchernden Infektionsherde zu eliminieren. Man beginnt sich zu arrangieren.
Es handelt sich aber um die wohl positivste Veränderung seit Menschengedenken. Keine noch so dicke Mauer, kein noch so autoritärer Staat ist vor ihr sicher. Diese neue Macht lässt sich nicht durch Waffen, Ideologien oder Kriege besiegen. Denn die Cyberwelt in der sie sich etabliert hat, ist in unseren Köpfen entstanden. Es handelt sich um das Internet und die daraus hervortretenden sozialen Netzwerke.
Während viele Regierungen noch immer Internettelefonie anzapfen oder verbieten, haben sich die sozialen Netzwerke unabhängig gemacht. Sie sind das Internet und somit der neue Haupt-Kommunikator der Menschen geworden.
Eine Homepage geht heutzutage leicht unter. Es sind auch die Postings in sozialen Netzwerken, die kaum Beachtung finden. Das wird sind bald drastisch ändern und steht als nächste große Kulturrevolution gerade an. Sich dagegen wehren ist zwecklos.
Im Moment bestimmen immer noch Nachrichtenagenturen, was sie auf welche Weise auch immer den Medien anbieten. Letztendlich entscheidet aber die Tagespresse, was in der realen Welt der Leser seinen Platz finden soll. Dabei werden viele verschiedene Faktoren, hauptsächlich wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Was sich am Umsatzträchtigsten vermarkten lässt und entspannte Unterhaltung bietet, das wird in aller Munde gebracht.
Schuld ist die Vielzahl der Angebote. Sieben Milliarden Menschen produzieren täglich Massen an Informationen, zu denen jeder Zugang hat. Doch wo soll man den Filter ansetzen? Wie kann man sich in diesem Wust an Daten das herauspicken, was einen wirklich interessiert oder beruflich oder privat weiterbringt?
Es wird eine Selbstpositionierung die nächsten Jahre stattfinden. War man früher auf sein kleines soziales Netzwerk angewiesen, so öffnet der Cyberspace bald dieselben Türen für Jeden.
Während Facebook Revolutionen in diktatorischen Staaten möglich macht und unser Augenmerk darauf fällt, so sind die Industrienationen noch blind für die Revolution im eigenen Lande.
Es wird bald keine gedruckten Bücher, Zeitungen und Zeitschriften mehr geben. Die Ressourcen der Erde reichen dafür nicht aus. Es lassen sich Millionen von Büchern, auf das Format eines einzigen Buches reduzieren, mit dem man sich auch in eine kuschelige Ecke zurückziehen kann.
Unsere Gesellschaft wird an den Veränderungen sicherlich nicht zu Grunde gehen, aber unsere Werte, die Bestandteil unseres Lebensmutes und unserer Lebensenergie geworden sind, werden sich ändern. Hoffentlich nicht erst nach dem eigenen Tod. Daher ist Offenheit angesagt.
Das funktionierende System von Multilevel Marketing Firmen (MLM) basiert darauf, dass jeder Mensch mit ca. 200 Personen in seinem sozialen Netzwerk verbunden ist. Ein größeres Umfeld kann man in seinem Leben auch nicht aufbauen. Selbst wenn ein Politiker von Millionen gewählt wird, so hat er auch nur dieses dreistellige persönliche Umfeld. Er vertritt nur die gemeinsamen Interessen seiner Wähler.
Klar, es gibt Leute die tausende von Kontakten in sozialen Netzwerken pflegen. Dabei wird es immer schwerer, die konstruktivste Konstellation an Kontakten zu finden. Multi Level Marketing wurde aus vielen sozialen Netzwerken verbannt und dort verboten. Das wilde sammeln von Kontakten und das bombardieren mit Informationen von potentiellen Kunden hat keinen Platz in sozialen Netzwerken gefunden. Es gibt sicherlich einige MLM Firmen, die versuchen ein eigenes, separates Netzwerk im Internet zu etablieren, aber das ist zur Unbedeutsamkeit degradiert.
Stellen Sie sich vor. Sie packen ihr Leben in einen einzigen Koffer. Keine Erinnerungsstücke an Ihre Vergangenheit, sondern einfach nur das nötigste an Kleidung und Waschzeug. Sie geben ihr bisheriges Leben auf. Verkaufen Auto, Haus, Möbel und den Rest werfen Sie weg. Sie steigen in ein Flugzeug in ein entferntes Land mit einer völlig anderen Kultur. Sie haben etwas Kleingeld und fangen dort ein neues Leben an. Verfallen Sie wieder in alte Muster und führen das Leben dort fort, das Sie kennen oder gelingt es Ihnen neue Ideen und neue Werte umzusetzen.
Das Ganze klingt abwegig, aber so geht es vielen, die in den kreativen Branchen ein Zuhause suchen. Oft wird da die ganze Vergangenheit über den Haufen geschmissen und in einer völlig unbekannten „Kultur" nach neuen Zielen gesucht. Man findet neue Freunde und orientiert sich in eine andere Richtung oder auch nicht.
Doch bevor wir diesen Gedankengang wieder aufgreifen, sollten wir uns mal an den Realitäten des Marktes orientieren, angefangen bei den sozialen Netzwerken, die in naher Zukunft unser Leben entscheidend bestimmen werden.
Wer jetzt verwirrt ist, wie sich all diese Gedankengänge zusammenfügen, der sollte sich in die Komplexität und Bedeutung von sozialen Netzwerken einfühlen. Hat uns früher Opa am Kamin seine Kriegsgeschichten erzählt und die Mama am Abend ein Märchen vorgelesen, so ist das bald Schnee von gestern.
Die Kids haben Freunde, mehr als die letzte Generation jemals hatte. Sie teilen Fotos, Ideen und ihre Zukunftspläne miteinander. Und die Freundschaften sind dauerhafter, die Erinnerungen ständig präsent. Speziell die junge Generation greift täglich auf Wissen, Anregungen und Informationen zu, von denen Gelehrte und die frühere Aristokratie nur träumen konnten.
Die Welt vereint sich, die Gedanken wachsen zusammen und ... eine neue Art von Kultur entsteht. Es ist auch eine Kultur des Miteinanders, des Verständnisses und der Auseinandersetzung. Und das Schöne ist, dass sich das System selbst reguliert. Eine Ethik berauscht im Cyberspace, deren Fundament eine freie Meinungsäußerung ist.
Lästerthemen und endloses posten von Negativ-Kommentaren auf Threads werden in Kürze aussterben. Die sozialen Netzwerke werden konstruktiver. Manch einer hat es noch nicht geschnallt und verliert sich immer noch in destruktiven Schimpftiraden und outet sich bereits bei hunderten von Kontakten, die sich still, leise und heimlich von ihm loslösen.
Entspannt sein was kommt, ist die Devise. Und das ist alles andere, als das tägliche Alltagsgrau das uns beträufeln würde ohne die Cyberwelt. Dabei gibt es noch viel zu tun für die Macher von sozialen Netzwerken, um die Leute auch in ein paar Monaten und Jahren noch bei Laune zu halten.
Diese entstehende Kulturrevolution hat das Kultur-Netzwerk aufgegriffen. In den letzten fünf Jahren hat es sich in den wichtigsten sozialen Netzwerken etabliert und es sind klare Trends zu sehen. Man erkennt, was gerade In und was Out ist.
Die sozialen Netzwerke werden in Zukunft die Kultur bestimmen. Das bedeutet eine völlig neue Umstrukturierung wird kommen. Und es werden die Massen sein, die bestimmen was angesagt ist. So hätte es immer sein sollen.
Die Strukturen des Kultur-Netzwerkes haben sich mittlerweile auf alle fünf Kontinente ausgedehnt. Es laufen international Informationen zusammen, die von uns ausgewertet werden und eine große Kulturnachrichten Agentur ist am Entstehen.
Das Kultur-Netzwerk wird nicht nur sein eigenes Kulturmagazin „Kultur-Szene" mit diesen Inhalten bedienen, sondern auch weltweit Tageszeitungen, Magazine, das Radio und das Fernsehen. Daneben entstehen eigene Produktionen, Veranstaltungen und Wettbewerbe. Die Inhalte werden von Millionen von Kulturbegeisterten, Kreativen und im Kulturbereich Tätigen bestimmt.
Unser Ziel:
Bis 2015 wird das Kultur-Netzwerk zu einer der größten internationalen Kulturnachrichten Agenturen wachsen. Wir werden die wichtigsten Kulturposting, jede Veranstaltung, jede Statusmeldung und jede Pressemeldung und jeden Beitrag in Threads der wichtigsten sozialen Netzwerke auswerten. Neben den regelmäßigen Veröffentlichungen wird am Jahresende das Beste prämiert.
Die Macht-Strukturen im Kulturbereich verändern sich völlig. Die Masse und sogleich das Individuum bestimmen in Zukunft die vorrangigen Kulturthemen. Wer sich nicht umstellt und sich den neuen Strukturen anpasst, wird aussterben, wie einst die Dinosaurier. Es nützt nichts, sich verzweifelt gegen die Kulturrevolution zu wehren. In den sozialen Netzwerken wird in Zukunft alles Kulturelle entstehen. Das bedeutet gleichberechtigte Chancen und neue Möglichkeiten speziell für Newcomer und Kreative, die wirklich was zu sagen haben.
Mehr zum Thema in der Oktoberausgabe unseres Kulturmagazins: http://www.kulturnetzwerk-verlag.de/kulturszene_magazin/index.html
21.10.2011 Bernhard Wiesbeck
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