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11.05.2011 10:32 Uhr
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Gunther Sachs - Tod eines Egomanen

Über Tote soll man ja nicht schlecht reden. Das will dieser Artikel auch gar nicht. Es zeigt einen 65 jährigen Gunter Sachs, der für eine Woche auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean seine Familie um sich schart. Der Autor schildert seine Eindrücke, die er während dieser Woche mit dem Egomanen und seiner Familie aufgenommen hat.

Gunther Sachs beging am 7. Mai 2011 Selbstmord. Das tragische Ende eines Mannes, der sich im Leben nie finanzielle Sorgen machen musste. Es ist auch das Vermögen das er erbte, durch das er sich definierte. Sein Leben war durchaus tragischer Natur. Die Eltern trennten sich früh, sein Vater tötete sich selbst, seine erste Frau starb durch einen Narkosefehler.

Nun war er ja bei seinem Tod, seit über 40 Jahren mit derselben Frau verheiratet. Dennoch umgaben ihn mehrere Frauen, deren Beziehung zu ihm aus dem Verhalten nicht schlüssig war. Vielleicht auch nur Freundinnen der Familie. Auf jeden Fall kam seine Familie aus allen Himmelsrichtungen angereist, um dem scheinbar spontanen Einfall des Oberhauptes Genüge zu tun. Schließlich finanzierte er das Leben, das Studium und die Ausbildung seiner Schäfchen.

Er sprach immer sehr leise und im gleichmäßigen Ton. Man musste sich schon anstrengen, um ihn zu verstehen, da er weder seine Stimmlage noch Lautstärke irgendwelchen Hintergrundgeräuschen anpasste. Deshalb die Bezeichnung „Egomane". Ein Mensch der immer vor und nie hinter der Theke stand. Andere Menschen waren da um ihn zu bedienen. Gewürdigt hat er nur Menschen, die eine öffentliche Bedeutung hatten. Zum Rest war er anstandshalber höflich.

Über mich war er erstaunt und wollte wissen, warum es mir gelang, einige der Familienmitglieder zu Ausflügen zu bewegen ohne seine ehrwürdige Begleitung. Er reagierte mit Fragen und konkurrierte mit 5 Sterne Ausflügen, denen man sich nicht entziehen durfte.

Über Geld sprach er nie. Auch glaube ich nicht, dass er Rechnungen kontrollierte. Das würde ihm nur den Spaß am Dasein vermiesen. Seine Familie empfand ich als warmherzig. Sie suchten die Nähe und Sicherlich hat ihn sein Geld nicht glücklich gemacht, aber es hat ihn mit interessanten Menschen in Kontakt gebracht. Was seine Arbeit als Fotograf, Kunstsammler und Galerist angeht, war das eher eine Reflektion, der Menschen die ihn umgaben. Er selbst war keine schillernde Person, eher zurückhaltend und fragend, auf der Suche die Welt zu verstehen.

Sein Ende ist so tragisch wie sein Leben. Ein Suchender der nur die Oberfläche von unten erblickt. Aber das ist natürlich nur die subjektive Meinung aus mehreren Tagen, in denen ich das Vergnügen hatte, in seine private Welt zu blicken.

Mein aufrichtiges Beileid an seine Familie.

11.05.2011 Doc Simmens

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