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11.04.2011 13:02 Uhr
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Internetmüllmänner beseitigen Verfallsdatum im Internet

Wer schon mal abgelaufene Lebensmittel gekauft oder gar gegessen hat, der weiß ein Lied davon zu singen, wie unangenehm ein Verfallsdatum sein kann. Manche Läden räumen schon 3 Tage vor Ablauf die Waren aus dem Laden. Nicht so im Internet, da findet man bei Eingabe in Suchmaschinen interessante Artikel und Beiträge, die einem völlig neu erscheinen und plötzlich sieht man mal auf das Datum und ist geschockt. Schon Jahre alt.

Wer viel im Internet unterwegs ist, dem ist dieses Ablaufdatum sicherlich schon aufgefallen. Normalerweise erscheinen in Suchmaschinen, speziell Nachrichten, im Ranking ganz vorne. Handelt es sich bei dem gesuchten Artikel aber um ein langjährig diskutiertes oder immer wieder aktuelles Thema, dann kann es passieren, dass man einen uralten Artikel darunter hat, der einen völlig aus der Bahn wirft.

Nach welchen geheimen Rezepten die Suchmaschinen das Internet durchforsten, ist dem Laien völlig unverständlich. Angeblich passen sich diese sogar den Suchgewohnheiten des Benutzers an.

Sicherlich ist es leichter etwas im Internet zu verbreiten, als etwas zu löschen. Wo und wie das Internet speichert, hat scheinbar niemand mehr unter Kontrolle. Viele Links funktionieren einfach nicht mehr. Da hat der Betreiber oder die Firma dichtgemacht oder ist umgezogen.

Läuft das Internet Gefahr zur Müllhalde zu werden? Wird man in ein paar Jahren das Gesuchte in all dem Datenmüll gar nicht mehr finden? Wird es bald Internetmüllmänner geben die dort aufräumen? Nach welchen Kriterien wird dabei vorgegangen? Wie oft muss etwas gelöscht werden und vor allem wo, dass es für ewig aus dem Internet verschwindet?

Das ganze steigert sich mit dem Entstehen von neuen Plattformen. All die Passwörter und Zugangsdaten. Werden da nur die Großen überleben? Was passiert mit all den Daten, Fotos und Mails?

Früher konnte man Lagepläne und Inhaltsverzeichnisse erstellen. Im Internet ist das schon lange nicht mehr möglich. Waren es 1997 ca. 70 Millionen Internetuser, so sind mittlerweile alleine bei Facebook eine halbe Milliarde registriert. Was dort täglich an Daten gespeichert und gesendet wird ist unglaublich.

Früher oder später werden sich spezialisierte Plattformen entwickeln, bei denen man nicht den Überblick verliert, weil sie themenbezogen sind. Ob bei diesem Entwicklungsprozess die Dinosaurier überleben, darauf dürfen wir gespannt sein. Vielleicht wird das Internet ja so unübersichtlich, dass keiner mehr surft. Vielleicht besinnen wir uns ja eines Tages wieder auf reale Werte.

Wie viele Müllmänner wird es brauchen, um das Internet von Datenleichen zu befreien? Das wird sicherlich bald ein Thema und eine neue Geschäftsmöglichkeit für Firmen.

11.04.2011 Atze Reich-Raprotzki

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