Wer außer den bekanntesten Galeristen sollte die Teilnehmer für die Kunstmessen bestimmen. Jeder der in der Kunstbranche als Händler etwas auf sich hält, sitzt in irgendeinem Gremium und entscheidet mit, wer einen 5 stelligen Betrag für eine kleine Box abtreten darf.
Meist sind es eh nur immer die gleichen Galerien, die im Jahr für ihren Galeriebetrieb zwischen 200.000 und 400.000 Euro berappen. Wer darunter liegt sollte mit Nachwuchskünstlern und kleineren Formaten arbeiten.
Eigentlich ist es einfach, eine gute Galerie für sich als Künstler zu finden. Frag nur den Galeristen, wie viel er für seinen Galeriebetrieb ausgibt. Die Sparer haben auf lange Sicht hin gesehen keine Chance. Die knickern schon beim Sektausschank und Kleinigkeiten rum. Das schreckt die zahlungskräftige Klientel ab. Die wollen vor dem Geldausgeben nach Strich und Faden verwöhnt werden.
Doch wie ist es um die interne Machtstruktur bestellt, wenn ein Gerd Harry „Judy" Lybke, der die renommierte Galerie Eigen und Art in Leipzig und Berlin betreibt, plötzlich zur Art Basel 2011 eine Absage bekommt. Es sitzen auch Berliner Galeristen im Gremium. Konkurrenz?
Lybke ist Leipziger, kam als Aktmodel zur Kunst. 1983 machte er seine erste Ausstellung und entdeckte kurz darauf Neo Rauch. Zu seinen Kunden zählten damals Stasi Mitglieder. Bei der Art Basel 2010 hat der Schauspieler Brat Pitt ein Werk von Neo Rauch für 1 Million Schweizer Franken erworben. Dieses Jahr muss er sich einen anderen Künstler suchen. Obwohl! Einige Bilder von Rauch werden auch von Wiederverkäufern und anderen teilnehmenden Galerien angeboten. Er verdient halt nichts dabei, aber er wird es verkraften.
Mal sehen wer da auf den Messen, die Lybke kuratiert, nicht erscheinen darf. Hochbezahler Kindergarten statt extravaganter Kunstmesse? Es ist schon nicht einfach mit der Kunst.
11.03.2011 Gido