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18.02.2010 22:29 Uhr

KunstTod Berlin

Man will auf keinen Fall als Zyniker in die Geschichte eingehen. Auch sollte man eine gesunde Schmerzgrenze entwickeln, wenn es um Kunstveranstaltungen und deren Management geht. Doch jeder stößt irgendwann an seine Grenzen. Leute, so geht es wirklich nicht, da fühlt man sich doch auf den Arm genommen.

Eigentlich fing alles harmlos an. Eine Einladung nach Berlin zu einer Vernissage von Kunststück Berlin. Ausgestellt werden 14 Künstler aus Deutschland, Österreich und England. Das ganze sollte in Räumen von KunstLeben Berlin stattfinden. Beide haben eine ordentliche Webseite. Auch die Einladungstexte und das Drumherum machten einen ordentlichen Eindruck.

Zufällig war ich in Berlin und wurde durch die Einladung zur Finissage der Ausstellung noch mal darauf aufmerksam. Die Ausstellung geht offiziell von 13. 02. 2010 bis 27.02. 2010. Am 18. Februar 2010 nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich hatte am Nachmittag noch eine Stunde Zeit und wollte mir die Galerie mal ansehen, die mich mit folgendem Text zwei mal lockte:
„Motto-Gruppenausstellung der "Galerie Kunststück Berlin" mit 14 Künstlern aus Deutschland, Österreich und England.
Von Malerei in Öl, Acryl auf Leinwand und Papier über Collagen, Assemblagen, Buntstiftzeichnungen, Japanischer Tuschmalerei bis hin zu Comiczeichnungen ist hier alles vertreten.
Das zweiwöchige Kunstevent läuft unter dem Motto „Kunststücke"
Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.
Das Kunstwerk/Kunststück, was wir schaffen, steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein.
Kunst ist eine bewusst herbeigeführte menschliche Leistung, die von anderen Menschen bewundert wird.
Wir wollen Ihnen in dieser zweiwöchigen Ausstellung „unsere Kunststücke" zeigen und näher bringen."

Mit Navigationssystem fand ich die besagte Hauptstraße und einen Parkplatz. An der Haustüre befand sich ein Schild so 20 mal 30 cm groß. Schreck! Geöffnet einmal die Woche am Donnerstag von 17:30 Uhr bis 20:00 Uhr. Das kann doch nicht sein. Es war zufällig Donnerstag und auch zwischen 16 und 17 Uhr, da dachte ich, ich klingle mal. Es öffnete sich zwar keine Tür aber eine männliche Stimme fragte durch die Sprechanlage, was ich denn wolle. Ich wollte die Ausstellung besuchen. Das ginge jetzt nicht. Ist denn die Dame, die eingeladen hat, um 17: 30 Uhr da? Die ist nicht da und er könne mich nicht reinlassen, weil er was Wichtiges zu tun habe. Eine Besprechung oder so. Da hatte ich einen Weg umsonst gemacht, den ich definitiv kein zweites Mal in meinem Leben machen werde.

Tja Leute. Dieses Kunststück bringt kein Leben nach Berlin, sondern eher den KTB (KunstTod Berlin).

Ich fand die Geschichte so unfassbar, dass ich mir vorgenommen habe, des Öfteren in Galerien aufzutauchen. Ja, vielleicht sogar einen Galerienführer schreiben werde. Doch ich habe auch ganz andere Galerien und Aussteller getroffen. Darüber berichte ich in Kürze hier in Kultur-Szene.

 19.02.2010 Bernhard Wiesbeck

Kommentare

Geschrieben von Peter Kalb am 19.02.2010 16:36 Uhr

Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Hoffnung die beteiligten Künstler in diese Ausstellung gelegt haben. Auch wenn ich neue Wege in der Kunst befürworte, darf die Professionalität nicht darunter leiden und ein gewisses Maß an verantwortungsbewußten Umgang mit Kunst sollte schon gegeben sein.
Peter H. Kalb

Geschrieben von Sabine Thüner am 28.02.2010 22:17 Uhr

Hab ich da was missverstanden? Ich dachte KLB wäre eine Produzentengalerie (übrigens von Künstlern geführt) welche zu ihren zahlreichen Veranstaltungen geöffnet hat? Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Galerien regelmäßge Öffnungzeiten haben. Man kauft in solchen ja doch keine Butter. Wichtig ist doch, dass Kunst zu den Menschen gebracht wird.
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