| << Zurück | 24.05.2010 02:33 Uhr |
Da sitzt diese fette, auf Sympathie heuchelnde Fußballmanager-Legende Rainer Callmund in einer Sendung, die sich Kocharena nennt und schleckt sich seine glibberigen Finger ab. Mäkelt über Geschmacksrichtungen und Zubereitungen. Hat selber nicht den Sturz einer Ahnung von Kochen und frisst sich einen Körper an, der als Symbol unserer Ignoranz und unseres Gleichgültigkeit steht. Es lebe das Desinteresse und der Mangel an Mitgefühl. Mahlzeit!
Es treibt mir Schweiß auf die Stirn, dass jetzt immer mehr dieser Promis sich auch aufs wilde Fressen einlassen. Sogar der Kerner kocht. Holt sich 5 Köche und quatscht von dekadentem Rumgebrutzle.
Das muss unerträglich für die 524 Millionen Hungernden in Asien und der Pazifikregion sein, wenn sie unsere dekadenten Kochkapriolen verfolgen. Was denken die 206 Millionen Hungernden in Afrika, wenn sie uns über die Würzung aufregen. 52 Millionen in Lateinamerika und 38 Millionen im Nahen Osten haben zu viel Hunger und deshalb fehlt ihnen die Kraft und an den Pranger zu stellen.
Aber es hilft nichts. Wir werden weitermachen. Die haben ja kein Fernsehen und sehen somit gar nicht, was wir da eigentlich treiben. Wir sind ungebildete Barbaren und ich schäme mich dafür, was aus unserer Gesellschaft geworden ist. Aber es wird niemand interessieren. Nichts wird sich ändern. Wir können tun und lassen was wir wollen. Den Mächtigen die Kochsendungen, den Vergessenen der Hungertod.
Es leben die deutschen Programmgestalter in den Sendern. Statt uns zu Lebzeiten für diese Kochexzesse zu schämen, werden wir eines Tages in der Hölle aufwachen und uns fragen was wir falsch gemacht haben.
Essen und Bildung für alle, zu gleichen Teilen, statt verhöhnende Kochsendungen. Das wäre doch mal eine Aufgabe - ist aber völlig ruhmlos und finanziell uninteressant.
24.05.2010 Atze Reich-Raprotzki