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05.04.2011 10:47 Uhr
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Trophäensammler und Internet Rowdies

Im Zeitalter der Facebook Depression, verlieren Internet User oft mehr als nur den Bezug zur Realität. Wie viele virtuelle Freunde hast du? Auf wie vielen Plattformen bist du vertreten? Welches „Social Network" ist besser als das andere und warum? Welche Plattformen sind zu alt und müssten mal überholt werden? Getrieben von diesen Fragen, verzweifeln manche und sammeln Mitgliedschaften wie Trophäen und werden zu Internet Rowdies. Als wildernde Desperados erlegen Sie reihenweise Kontakte wie Büffelherden. Mit dem Überschreiten einer Schmerzgrenze geht auch das Gefühl für Etikette verloren. Haben früher so die Kriege begonnen?

Wer heutzutage nur noch seine Nachbarn und seine Arbeitskollegen kennt, der ist völlig out. Längst werden in alphabetischer Reihenfolge Namen und Fotos im Cyberspace um Freundschaften angefleht, egal ob in der gleichen Straße, Stadt, Landkreis oder Region zu Hause.

Auf der einen Seite stehen dabei die Netzwerker, die versuchen möglichst viele Interessenten für Ihre Produkte oder Dienstleistungen zu erreichen. Auf der anderen Seite sind die verzweifelten Pseudo-Einsamen. Früher gab man sich mit ein paar Freunden oder einer Clique zufrieden. Wer heut nicht mindestens 500 virtuelle Freunde verwaltet, der hat den Zeitgeist verfehlt.

Wo führt das ganze hin. Klar, in 10 Jahren gibt es nur noch 10 % bis 15 % Angestellte, der Rest ist Selbstständig und muss um Akzeptanz, Kunden und Kontakte kämpfen. Ob das dann wirklich Freunde sind oder eher Kontakte auf unterschiedlichen sozialen Ebenen, das sei jedem zur Entscheidung selbst überlassen.

Klar es drängen immer neuere, verbesserte Netzwerke auf den Markt. Man sollte auch dafür ein offenes Ohr haben. Wer aber virtuell sammelt, um damit anzugeben und sich zu profilieren, hat ein persönliches Problem, das auch zum allgemeinen Problem werden kann. Kontakte die Cyberkontakte bleiben, sind wie früher die Aktenleichen. Nur die Kontakte, die einen persönlich und beruflich weiterbringen, machen Sinn. Oder diejenigen die man tatsächlich trifft und die von gegenseitigem Nutzen sind, sollten gepflegt werden, wobei man da immer langfristig denken sollte.

Früher hat man sich auch zu Horden zusammengerottet, um Stärke zu demonstrieren und sich zu schützen und seine Macht auszuweiten, um schließlich vernichtende Kriege zu führen.

Wohin führt das Cyberspace Zusammenrotten. Sich verschanzen hinter Kontakten, sich mit Sprüchen und Zitaten einigeln, um unantastbar zu werden. Wird das der Kampf der Titanen, die anfangen mit Drohungen wie: „Ich vernichte dich, in dem ich dich bei meinen Kontakten anschwärze und vor dir warne."

Speziell im Kulturbereich liegen da die Emotionen offen und werden Drohungen ausgesprochen, die jeder Vernunft entsagen. Aber solange das Gerangel im Internet stattfindet und auf intellektueller Ebene bleibt, ist das in Ordnung. Dennoch werde ich ein Auge darauf werfen und weiter recherchieren und darüber berichten.

05.04.2011 Doc Simmens
PS: Demnächst: Die dunkle Seite der Macht - Adk

 

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