Verlagswölfe und Autorenschafe
Nach der Fertigstellung eines Manuskriptes ist die kleinste Anstrengung eines Autors vollbracht. Die größte allerdings folgt noch. Nämlich, ein erfolgreiches Buch daraus zu machen. Stellen Sie sich vor Sie sind ein Schaf und gehen in den Wald, auf der Suche nach frischen Kräutern. Sie treffen auf einen Wolf, der behauptet den Ort mit den frischesten Kräuter zu kennen. Folgendes passiert, wenn Verlagswölfe auf Autorenschafe treffen.
Der Verlagswolf frisst sein Autorenschaf nicht sofort auf. Als erstes schert er es. Dann lässt er es kalt und nackt im Wald zurück. Alle zwei Monate schert er es erneut. Sterben tut das Schaf nicht an der Kälte, sondern an Scham und Spott. Es wird nie wieder auf die Weide der richtigen Autoren zurückgelassen. Auch frische Kräuter wird er nie zu Gesicht bekommen.
Ein Verlag, der sein Geld mit den Autoren und nicht mit der Veröffentlichung der Bücher verdient, tötet jeden Autor. Billiger, einträglicher und langfristig solider ist es, das Buch im Eigenverlag zu veröffentlichen und Lesungen dazu zu veranstalten. Woran erkennt man die Verlagswölfe? Ganz einfach. Sie wollen Geld für die Veröffentlichung.
19.01.2010 Bernhard Wiesbeck
Kommentare
Geschrieben von Hans Zengeler am 20.01.2010 10:23 Uhr
Es ist natürlich interessant bzw. etwas pikant, dass ausgerechnet in diesem Artikel zwischen den Zeilen Inserate von DKZV-Verlagen stehen.
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