Die Idee ist so einfach, wie bestechend und so funktioniert es: Bei den Vernissagen, die zwei mal im Jahr stattfinden, können nach zwei Stunden alle nicht verkauften Bilder gratis entlehnt und mitgenommen werden. Wollen zwei oder mehr Ausstellungsbesucher das gleiche Bild haben, wird einfach gelost. Nach 6 Monaten werden die Werke zurückgebracht und im Zuge des nächsten Events neu getauscht. So kommt man immer wieder zu neuen Werken und kann sie auf Zeit im eigenen Umfeld genießen - und natürlich auch erwerben, wenn man sich "verliebt" hat.
Entstanden ist diese Idee der "Bilder zum Mitnehmen", die mittlerweile zum beliebten Treffpunkt der jungen Szene der Kunstliebhaber in Wien geworden ist, aus der Notwendigkeit, eine Ausstellung kurzfristig wegen eines Studienaufenthaltes in Kalifornien aufzulösen. Viele Besucher der Vernissage konnten es anfänglich nicht glauben, dass weder Kaution oder Miete zu bezahlen waren, um in den Besitz eines der Werke zu gelangen, die gerade noch in der Ausstellung zu bewundern waren. Die Unkompliziertheit der Abwicklung überzeugt aber rasch und 8% aller Kunstleiher entscheiden sich, das entlehnte Werk zu erwerben und nicht mehr zurückzugeben.
Zwei Jahre nach dem Start dieses neuen Konzepts blickt Gabriela Bittner-Krainz stolz zurück: "Die meisten Künstler haben generell ein Problem mit der Vermarktung. Mit dieser offenen Form der Kommunikation mit meinen Kunden ist ein völlig neues Verhältnis des Interesses entstanden und mein Netzwerk hat sich stark erweitert."
Bittner-Krainz ist auf Acryl-Bilder und digitale Kunst spezialisiert und vermarktet ihre Werke primär über Veranstaltungen, Messen und über ihre eigene Web-Sites (www.art-and-design.at und www.art-on-demand.at ), zunehmend allerdings auch über Social Media, wie zum Beispiel Facebook. "Ich war erstaunt, wie schnell sich eine internationale Gruppe an Interessenten gebildet hat, die meiner künstlerischen Entwicklung aktiv folgt - ein komplett neuer Dialog, der hier im Internet stattfindet!" resümiert die Künstlerin über ihre Erfahrungen mit Web 2.0. Vor einigen Jahren hätte die Künstlerin es nicht für möglich gehalten, außerhalb des deutschsprachigen Raumes zu verkaufen, aber mittlerweile gibt es dank Internet begeisterte Kunden bereits auf der ganzen Welt von Kalifornien bis Singapur.
Erstaunt zeigt sie sich daher auch, wie unprofessionell der Internetauftritt bei vielen Kreativschaffenden immer noch ist. Daher verhilft die ausgebildete Mediendesignerin auch Kollegen immer wieder zu ihrer eigenen Homepage, wobei man ab einem Preis von € 450,- bereits seine Künstler-Website bei Gabriela Bittner-Krainz bekommt.
"Generell sind Kunstinteressierte heute viel mehr bereit, in einen Dialog mit mir zu treten. Das hat sich in den letzten 5 Jahren stark geändert. Im Konzept "Art on Demand" wurde diesem Trend Rechnung getragen. Die Auftraggeber werden intensiv in den Schaffensprozess einbezogen - sie werden dadurch selbst zum Teil des kreativen Prozesses und leben viel stärker mit "ihrem" Werk mit, ist Bittner-Krainz von einem neuen Kunstverständnis speziell bei jüngeren Zielgruppen überzeugt.
Weiterführende Informationen findet man auf ihren Webseiten: http://www.art-and-design.at/ und http://www.art-on-demand.at/
Als Gershom v. Schwarze zu Beginn des Jahrtausends mit der Spurensuche nach den Ereignissen von Pessach des Jahres 1475 in Trient begann, hatte er keine Ahnung, wohin ihn das führen würde.
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