| << Zurück | 11.09.2011 01:31 Uhr |
Und noch immer gibt es Menschen, die sich intensiv mit dem Attentat beschäftigen. Zum einen Kriminologen, die forensische Untersuchungsmethode weiter entwickeln. Um auch den letzten 1000 Opfern sterbliche Überreste zuweisen zu können. Eine schwere Arbeit, aus 22.000 restlichen menschlichen Überresten die 1000 Opfer zu identifizieren.
Eine auch nicht leichte Arbeit ist es, jetzt 10 Jahre nach dem Attentat, ein Kunstwerk dazu zu erstellen. Unter den Eindrücken der damaligen Geschehnisse und unter dem Eindruck der Dinge die in der Folge geschahen und wie sich die Welt verändert hat.

Axel Flitsch und Peter Kalb haben sich an dieses Thema heran gewagt. Und dann haben sie dieses Bild auch noch unter das Thema „Wenn Richten,... dann Aufrichten" gestellt. Eine mutige Idee, wo doch die Sichtweiten der Künstler sehr unterschiedlich waren. Eine mutige Idee, wenn man versuchen will „Aufrichten" mit diesem Attentat in Verbindung zu setzen, in dem unschuldige Menschen gerichtet wurden.
Der erste Entwurf von Flitsch stand so auch drei Monate in Peter Kalb's Atelier, ohne das ein Pinselstrich gemacht wurde. Dann aber hatte Peter Kalb eine Idee und begann mit der Weiterführung des Werkes. Dreimal wurde die Leinwand ausgetauscht, bis dann, Anfang September ein Bild entstanden war, welches zwei unterschiedliche Sichtweisen zeigte. Aber keinerlei Harmonie.

Ja, und es war Zufall, dass dieses Bild so ein paar Tage vor dem zehnten Jahrestag auf der Staffelei stand. Es zeigte aber ein ziemliches Chaos. Mittendrin die Skulptur von Peters Projekt, dahinter eine Blick in die Wüste, verbogene Wolkenkratzer. Trümmerteile des World Trade Center, die aussahen wie ein Gartenzaun. Farben die nicht zu einander passten.
Nachdem Peter Kalb das Bild bei sich hatte und gar nicht weiterkam, da gab es eines der häufigen langen Telefongesprächen zwischen Flitsch und Kalb.
Das Gespräch wurde eröffnet mit dem Satz: „Axel, ich glaube Du wirst nie mehr mit mir malen wollen...." Der letzte Satz des Gespräches lautet: „Dann malen wir zum ersten Mal gemeinsam, in einem Atelier, am gleichen Bild".
Am 9. September trafen sich die beiden dann in Peter Kalb's Atelier. Und legten los.

Während Kalb zu Beginn noch am Acrylglas arbeitet, ging Flitsch in das Bild. Immer wieder stoppten Pausen und Betrachtungen, wenig Worte die Arbeit.
„Das da passt nicht" „Stimmt, wir haben beide 10 Minuten auf den gleichen Ausschnitt geschaut, also weg und ändern."
Tusche, Ölfarben, Pastelle, Pigmente kamen abwechselnd auf die Leinwand. Das gerade Entstandene wurde von dem Anderen wieder zurück genommen. Eine Arbeit mit Werkstoffen die sich nicht „vertragen".

Nach fünf Stunden, der eher nonverbalen Kommunikation, war es dann soweit. Das Werk war fertig. Gouache, Tusche, Öl , Pigmente, Pastelle und Acrylglas auf einem Werk. Harmonisch verschmolzen.
Eigentlich vom Material her undenkbar. Wie auch das Attentat vom 11. September 2001.
Und eigentlich undenkbar, verbunden mit dem Projekt „Wenn Richten,... dann Aufrichten".

Und doch denkbar: „Global Touch" lautet der Titel der Arbeit. Der 11. September war ein Moment der nahezu die ganze Menschheit berührte. Aus diesem Moment könnte auch die ganze Menschheit lernen. Könnten lernen „Auf zu Richten". Könnten lernen tolerant und friedvoll zu leben.
Juden mit Moslems, Moslems mit Christen. Christen mit Hindus. Gläubige mit Ungläubigen. Herrscher mit Völkern.
Menschen mit Menschen.
Die Kriminologen und auch die Kriegstreiber der Welt würden dann arbeitslos. Ein schöner Preis.
http://www.world-type.de
Der Eine hat es gesehen, der Andere kennt es aus Erzählungen und Berichten. Den Völkermord in Ruanda. Der Eine malt klare, sanfte Bilder, der Andere malt das Chaos. Und Beide malen ein Bild zum gleichen Thema. Gemeinsam. Der erste Entwurf zeigte eine ruandische Landschaft. In rotbraunen Erdtönen. Im Vordergrund ein paar weiße Holzkreuze.
[mehr]Sie schreibt, sie denkt und sie hat das Ei neu erfunden, die Künstlerin Cosia Immerscheen. Sie hat etwas genommen, was wohl jeder kennt. Ein Jeder hat es schon roh, gekocht oder gebraten gesehen. Aber noch Niemand hat gesehen, welche Geschichten in einem Ei stecken. Mit Ihren grafischen, fotografischen Bildern, gibt sie den Eiern die unterschiedlichsten Gesichter und bringt sie zum Sprechen.
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