KunstLiteraturMusikBühneMedienLebenKalenderKultur-NetzwerkNachrichten
Malerei und GrafikFotografieBildhauereiArchitekturGärten und ParksDesignFestivalsPortraitsOrteVeranstaltungen
12.02.2010 03:00 Uhr

Exzessionistisches Manifest

Das vergessene Tor, 2004, Mayer, Nolting.
Der Exzessionismus ist ein Stilbegriff für Werke aus allen Bereichen der Künste und kann sowohl Werke der bildenden Künste, als auch Werke aus den Bereichen Musik, Literatur, Theater, Medien oder Aktionskunst bezeichnen. Der Stilbegriff Exzessionismus beschreibt ein Werk auf der Prozessebene: Er macht eine Aussage darüber, wie ein Werk entstanden ist, nicht was es abbildet, enthält oder erklingen lässt. Jeder der die Regeln des Exzessionismus einhält, kann das Werk als exzessionistisch bezeichnen und dem Stil des Exzessionismus zuordnen. 1988 - 2010 Begründer des Exzessionismus: U. Grimmer, R. Mayer, A. Nolting (Der Exzessionistische Kreis)

Die Regeln des Exzessionismus

a) Ein exzessionistisches Werk wird von mindestens zwei Personen erschaffen, die simultan an diesem Objekt/Werk arbeiten. Im Folgenden wird dieser simultane schöpferische Prozess als exzessionistische Aktion bezeichnet.

b) Eine oder mehrere Personen beschließen die Durchführung einer exzessionistischen Aktion und legen fest, wer an dieser Aktion teilnimmt bzw. laden zu dieser Aktion ein. Eine exzessionistische Aktion kann auf bestimmte Personen beschränkt sein oder als offene Aktion bestimmt werden.

c) Jeder Teilnehmer einer exzessionistischen Aktion ist gleichberechtigt.

d) Jeder Teilnehmende hat das Recht, innerhalb einer exzessionistischen Aktion das Werk des anderen oder Teile daraus zu bearbeiten. Selbst wenn der Urheber dieses Teiles dies nicht gutheißt! Rücksicht kann stattfinden, muss aber nicht.

e) Die Teilnehmer einer exzessionistischen Aktion dürfen sich auf eine Material-, Farb- oder Technikbeschränkung einigen oder können auch andere gestalterische Absprachen miteinander treffen. Diese müssen, um Gültigkeit zu haben, von allen Beteiligten akzeptiert werden. Es können keine Mehrheitsbeschlüsse gefasst werden, die der Meinung eines Einzelnen entgegensteht.

f) Trotz der Möglichkeit, Absprachen zu treffen, ist ein exzessionistisches Werk immer ergebnisoffen und ist durch spontanes und intuitives schöpferisches Handeln geprägt. Ein exzessionistisches Werk darf im Voraus nicht ins Detail geplant sein.

g) Ein exzessionistisches Werk gilt erst dann als fertiggestellt, wenn alle Beteiligten mit der Beendigung des Schaffensprozesses einverstanden sind.

h) Ein exzessionistisches Werk kann einen Titel erhalten. Dieser muss von allen Beteiligten der Aktion akzeptiert werden.

i) Einigen sich die Beteiligten darauf, dass das Werk vollendet ist, so dürfen spätere Bearbeitungen nur noch unter Zustimmung aller am Werk Beteiligten erfolgen.

j) Exzessionismus beinhaltet bildnerische Werke, Musik- und Klangschöpfungen, Texte, Aktionen, Medienkunst, Experimente und vieles noch Ungedachte.

k) Exzessionismus bedeutet immer Teamarbeit und Auseinandersetzung mit anderen, bedeutet gegenseitige Inspiration und Kompromiss. Exzessionismus bewegt sich je nach den beteiligten Personen und den entstehenden Werken zwischen den Polen "Fruchtbares Miteinander" und "Destruktives Gegeneinander".

Infos unter: http://www.exzessionismus.net 

09.02.2010 Bernhard Wiesbeck

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Weitere Artikel

Bodypainting als Event Wer in der Lage ist, die Hemmschwelle nackter Haut zu überwinden und keine Berührungsängste hat, für den wird Bodypainting zur Kunstform. Michael Jost möchte mit seiner Arbeit als "Autodidakt" im besten Sinne, die bildende Kunst wieder für das Publikum interessant gestalten. Man höre zu oft, dass abstrakte Kunst "die dreijährige Tochter" auch könne, Preise scheinen überzogen, die Kunst ist zunehmend in Museen und für ein gewisses Establishment abgedriftet. Jost möchte gegensteuern. [mehr]
Kunst statt Krieg Burma wird seit 1962 von einer Diktatur regiert. Es tobt seit mehr als 60 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Kunst ist immer ein Spiegel seiner Gesellschaft. Aber wie sieht die Kunst in so einem Umfeld aus? Welche Geschichten erzählt sie? Eine surreale Welt in der Bilder mehr sagen als Worte. [mehr]
Schatztruhe Chemnitz füllt sich weiter: Lyonel Feininger macht sich in den Kunstsammlungen breit Chemnitz bleibt auf der Überholspur. Vor allem in Sachen ganz große Kunst geben die Sachsen weiter Vollgas. Der jüngste Coup, den die sympathisch umtriebige Generaldirektorin Ingrid Mössinger einfädelte: Eine der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen des grafischen Werkes von Lyonel Feininger (17.7.1871-13.1.1956) wurde für die Kunstsammlungen Chemnitz erworben. 298 Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle des deutsch-amerikanischen Künstlers und Bauhaus-Granden sind ab sofort fester Bestandteil in den Ausstellungsräumlichkeiten von Deutschlands Kunst-Geheimtipp. Zu bewundern zunächst bis zum 10. Januar in der Ausstellung „Lyonel Feininger. Sammlung Harald Loebermann". [mehr]

Bookmarks


Hinzufügen bei  Blogmarks Hinzufügen bei  Del.icio.us Hinzufügen bei  digg Hinzufügen bei  Faves Hinzufügen bei  FriendSite Hinzufügen bei  Google Bookmarks Hinzufügen bei  Technorati Hinzufügen bei  Yahoo My Web Webnews

Diese Seite verlinken

Anzeige

Wettbewerb: Bild des Monats August 2011

Seite des Tages

Wettbewerb: Video des Monats

Kultur-Netzwerk:

Twitter/Facebook

Kulturnetzwerk-Cafe

Fotogalerien