Mit den - im digitalen Zeitalter archaischen - Mitteln von Holzschnitt und Linolschnitt schaffen die aktuellen Holzschnitte Welten, die den Betrachter zwischen Abstraktion und Figuration führen. Mit dem Stilmittel des Wandfrieses, des Teppichbildes oder des Kalenderbildes entwickele Graf Aussagen zur gesellschaftlichen Realität Jetztzeit, die in der grafischen Tradition fußen und die dennoch fest im 21. Jahrhundert verankert sind.
Moderne Werkzeuge wie Notebook oder ein Netbook stellt er den archaischen Werkzeugen der industriellen Revolution gegenüber und bezieht sie aufeinander. So wird aus einem Netbook der Vorschlaghammer eines Schmiedes, den dieser auf seinen Amboss fallen lässt. So stellt sich die Frage, was sich mit der Wandlung der Werkzeuge der Arbeitswelt noch verändert hat - außer der Digitalisierung und dem Stromanschluss. Grafs aktuelle Bilder sind deswegen trotz und gerade wegen seiner archaischen, haptischen, analogen Form hochmodern.

Jochim Graf (49) ist zusammen mit seinem Partner Daniel Treplin Gründer und Eigentümer des HighText Verlags. Er selbst bezeichnet sich als Holzschneider, Linolschneider, Verleger, Journalist, Buchautor. „Kreativität ist mein Lebenselixier. Texte meine Profession, Bilder meine Lust. Mit der Malerei und den Holzschnitten erschließen sich meine Texte eine optische Dimension. Ich erforsche täglich eine neue Sprache, die fast ohne Worte auskommt".
Am 14. Mai 2010 laden die Macromedia Akademie der Medien (80687 München Elsenheimerstraße 63, 4.OG, ab 18 Uhr) und Joachim Graf zu interessierten Austausch unter Gleichgesinnten und einem Brückenschlag zwischen neuen und alten Medien ein.
Anmeldung: http://www.macromedia-firmenseminare.de/anmeldeformular.html
Webseite Joachim Graf: http://www.joachimgraf.com
24.04.2010 Bernhard Wiesbeck