Oliver Schweikart, bekannt für außergewöhnliche Lampen, Skulpturen und Bodyforms aus gegossenem Ton, nutzte seinen eigenen Garten für eine ganz besondere Ausstellung. Mit der „liegenden Venus" gelang ihm die Verbindung aus Garten und Kunst. Aufwendig in Lebensgröße aus Sternmoos gefertigt, liegt die Frau entspannt im Garten.
Hände, Gesicht und ihr BH sind dabei nach echten Abdrücken sehr detailreich aus Ton gefertigt. Man sieht jede Naht des BH, die Adern, Poren und selbst feinste Gesichtszüge. Die Frau lächelt entspannt im Schlaf, ihr gräsernes Haar weht im Wind.
Angefangen hat alles mit der konkreten Vorstellung einer Wandlampe, die Oliver nirgends kaufen konnte. Erste Versuche, sie aus Gips herzustellen, führten zu kiloschweren Monstern. Erst der Besuch einer historischen Töpferei in England brachte die Wende: fortan wurde der Gips für die Formen verwendet und mit flüssigem Ton ausgegossen. So entstehen nur wenige Millimeter dünne Wände und filigrane Kunstobjekte.
Der Wandlampe folgten weitere wie die „Solar Fire" (flammende Strahlen um eine Halbkugel mit durchscheinenden Symbolen zaubern Kerzenscheinatmosphäre) und die BH-Lampe (sehr realistische Abbildung eines BHs welcher aus dem Dekolleté nach oben und unten strahlt - ursprünglich ein Geschenk für einen modernen Architekten).
Abformungen von Körperteilen oder Gegenständen sind immer wieder Ausgangspunkte seiner außergewöhnlichen Kunst. Dabei überrascht der hohe Detailreichtum nicht nur bei den organischen Vasen, der Jeansvase oder auch den Gesichtern, Händen und dem schwangeren Bauch. Es ist sein Blick für das Besondere und die Verrücktheit, neue Wege zu beschreiten, die seine Skulpturen so einzigartig machen.
Oliver Schweikart sieht die Welt eben http://www.mitAnderenAugen.com
13.03.2010 Bernhard Wiesbeck