| << Zurück | 06.09.2009 22:16 Uhr |
Die US-Amerikaner halten Fußball ohnehin für einen idealen Frauensport. Vielleicht tun sie das auch, weil die USA hier die Nummer eins in der Welt sind - dicht gefolgt von Deutschland, Norwegen und Brasilien. Zugleich muss man beinahe von einer jungen Sportart sprechen, denn internationale Meisterschaften gibt es zum Teil erst seit ein paar Jahren.
Die erste Endrunde einer Europameisterschaft bildete 1984 den Auftakt und feierte Schweden als Sieger. 1991 dann endlich auch die erste Weltmeisterschaft. Den Titel sicherten sich die USA, ebenso wie 1996 das erstmals ausgespielte Olympiagold. Internationale Nachwuchswettbewerbe wurden sogar erst um die jüngste Jahrtausendwende eingeführt.
Das erste Länderspiel einer deutschen Frauenauswahl stieg am 10. November 1982 in Koblenz und wurde gegen die Schweiz 5:1 gewonnen. Die heutige Bundestrainerin Silvia Neid kam als 18-jährige Einwechselspielerin in der 41. Minute in die Partie und erzielte bereits 60 Sekunden später den ersten ihrer beiden Treffen in diesem Auftakterfolg der DFB-Elf. Silvia Neid stieg bald zur Rekordnationalspielerin, zur Kapitänin und zu einem strahlenden Mittelpunkt auf.
Insgesamt wurde es dennoch keine leichte Geburt des deutschen Frauen-Fußballs: 1983 gab es in sieben Partien mit der Nationalelf einen Sieg, 5 Unentschieden und eine Niederlage zu verzeichnen. 1984 waren es drei Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen - und 1985 gingen dann sogar sämtliche vier Länderspiele verloren. Die Wende zeichnete sich schließlich 1986 mit fünf Siegen und einem Unentschieden in insgesamt sechs Begegnungen ab.
Deutschland gewann anschließend die Europameisterschaft 1989 und 1991 sowie zuletzt viermal in Folge 1995, 1997, 2001 und 2005. Außerdem siegte das Team bei den Weltmeisterschaften 2003 und 2007, sicherte sich außerdem Olympiabronze 2000, 2004 und 2008. Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 in Deutschland soll ein zweites Sommermärchen werden, zuvor wird aber bei der aktuellen Europameisterschaft in Finnland der siebte EM-Titel angestrebt.
Im Halbfinale trifft die deutsche Elf im Duell der Giganten am Montag, dem 7. September, um 18 Uhr auf den bislang zweimaligen Europameister (1987 und 1993) sowie einmaligen Weltmeister (1995) und Olympiasieger (2000) Norwegen. Im Finale drei Tage später ebenfalls um 18 Uhr wartet dann der Sieger des ersten Halbfinales zwischen England und den Niederlanden.
H.G.
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.
Sie sind nicht eingeloggt auf Kultur-Netzwerk.com.
Um einen Kommentar zu diesem Artikel schreiben zu können, loggen Sie sich auf Kultur-Netzwerk.com ein oder registrieren Sie sich.