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28.09.2009 16:29 Uhr
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Fußball: Derby-Fieber – auch von Red Bull beflügelt

Das zurückliegende Fußball-Wochende war ein außergewöhnliches: So viele besondere Derbys auf einen Schlag sind selten. Im Mittelpunkt dabei klar die „Mutter aller deutschen Derbys", der Revierschlager zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 vor über 80.000 Zuschauern. Lohnenswert aber auch wieder der Blick nach Leipzig, wo sich selbst in der Fünftklassigkeit bei Ortsvergleichen zwischen 12.000 und 15.000 Besuchern einfinden.

Den Auftakt bildete am Freitag ein „kleines" Revierderby zwischen Rot-Weiß Oberhausen und dem MSV Duisburg in der 2. Bundesliga vor immerhin etwas mehr als 12.000 Fans. Am Montag sieht die 2. Liga dann auch den Abschluss dieses prickelnden Wochenendes mit dem Duell der rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf und Alemannia Aachen vor erwarteten 50.000 Enthusiasten. Zwischendurch gab's außerdem noch auf gleichem Niveau den Kurpfalz-Klassiker 1.FC-Kaiserslautern vs. Karlsruher SC vor knapp 40.000.

Die Bundesliga bot am Samstag neben Dortmund vs. Schalke auch noch die ausverkauften Duelle zwischen dem Deutschen Meister VfL Wolfburg und dem benachbarten Altmeister Hannover 96 sowie den Städtevergleich Köln vs. Leverkusen. Nicht zu vergessen das Messen zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart, die sich seit ewigen Zeiten besondere Südgipfel liefern. Als Topspiel dieses Bundesligaspieltags wurde trotzdem der Klassiker zwischen Tabellenführer Hamburger SV und Rekordmeister Bayern München eingestuft.

Doch nicht nur ganz oben im Glanz der Sonne scheint viel Licht. Reichlich Emotionen und Schmiermittel fürs Fußballherz werden auch in den Niederungen des deutschen Fußballs geboten - sogar unterhalb der dreigleisigen Regionalliga. Da lohnt sich in diesem Jahr in besonderer Weise der Blick nach Leipzig, quasi in die Wiege des deutschen Fußballs.

Man könnte die Oberliga Süd des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) auch als Leipziger Stadtliga bezeichnen, da hier gleich drei Ortrivalen das Geschehen und die Emotionen beherrschen. Da sind einmal die Traditionsclubs 1.FC Lok Leipzig und sein Erzrivale „Chemie", der sich aktuell FC Sachsen Leipzig nennt. Das muss man so sagen, da in Leipzig „traditionell" alle paar Jahrzehnte Umbenennungen der örtlichen Clubs erfolgen. Da verliert man leicht den Überblick. Doch das ist ein anderes Thema, das sich später noch eigenständig behandeln lassen sollte.

Als Lok und „Chemie" nun also vor zwei Wochen in der Oberliga Süd erstmals nach langer Zeit wieder in einem Punktspiel aufeinandertrafen, strömten prompt knapp 15.000 Besucher ins schmucke Zentralstadion. Fast ebenso viele waren es nun an diesem Wochenende, als Lok an gleicher Stelle auf den neuen lokalen Hoffnungsträger RB Leipzig traf.

Fast 12.000 waren im Zentralstadion immerhin dabei, als die von Red Bull beflügelte Neuschöpfung 3:0 gegen den Ex-Bundesligisten und Europapokalfinalisten von 1987 gewann. Bereits diese Zahlen lassen erahnen, was für ein außergewöhnlicher Riese in Leipzig schlummert. Da der nun reichlich Energiedrinks schluckt, regt sich zunehmend auch Euphorie im Publikum, das endlich wieder Spitzenfußball vor Ort sehen will. In Leipzig scheint es durchaus möglich, dass hier in relativ kurzer Zeit schon sehr viele Seiten gewinnen, und nicht nur ein kurzfristig formiertes Zweitligateam den „Frieden" der Fünftklassigkeit stört.

H.G.

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