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07.03.2011 08:50 Uhr
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Malen in, für und gegen die Zeit

Politische motivierte Bilder zu malen ist nicht immer ganz so einfach, schwere Kost. Bilder die dann auch noch einen direkten Bezug zum aktuellen Geschehen haben, das ist noch ein wenig schwieriger. Und leicht Absurd wird es, wenn man dann während des Malens von der Geschichte eingeholt wird.

So ging es letztens Axel Flitsch. Aufstände in Tunesien. Er begann ein Bild zu malen. Dann setzten sich die Aufstände der Demokratiebewegung in Ägypten fort. Ein Thema welches Flitsch noch näher ging, hat er doch einen persönlichen Bezug zu diesem Land und einige Freunde dort. Das begonnene Bild passte nun gar nicht mehr so recht in seine Gedanken. Zwei Tage saß er davor und kam nicht weiter. Dann übermalte er es mit schwarzer Tusche. Es sah düster aus auf dem Tahir-Platz, Niemand wusste ob die Situation eskalierte. Es gab aber immer wieder Lichtblicke, also begann der Maler mit weißer Tusche
Menschen und Konturen auf die düstere Vorlage zu malen.

Es entstanden bunte "Farbbälle der Hoffnung". Mubarak kündigte eine Erklärung an, die Hoffnung wuchs. Gelbe Lichtschleier kamen in das Bild des Malers. Die Ansprache Mubaraks war ernüchternd. Er werde nicht zurücktreten, so hieß es. Flitsch malte noch ein paar weiße Konturen in das Bild. Fertig. "Diese Nacht
auf dem Tahir-Platz- lautete der Titel. Am Freitag dann, nachdem Niemand wusste wie es weiter gehen würde, da entschloss er sich ein Portrait Mubaraks zu erstellen. Eine Büste, die explodieren sollte. Das Bild wollte er an die ägyptische Botschaft in Berlin senden, zusammen mit einer Aufforderung an Mubarak zurück zu treten. Mit den Farben getrockneten Blutes arbeitete er an dem Bild. Und dann, gegen 17:00 trat Mubarak zurück....

Da war der Maler wohl zu langsam....

Flitsch änderte das Bild und nannte es "Ausgelöscht und Aufgelöst". Die Demokratie hat (scheinbar, das bleibt abzuwarten) gesiegt. Also wurde das nächste Bild begonnen. "Der Platz der Befreiung bekommt seinen Namen". Leuchtende Farben und inmitten des Bildes schemenhaft die Skulptur von Peter Kalb zu dem Thema "Wenn Richten, dann Aufrichten". Auch Peter Kalb war neben vielen anderen begeistert von der präzisen und raschen Umsetzung.

Ein letztes Bild fehlte jetzt für Flitsch noch, "Der Tanz der Befreiung". Ein Bild voller Gelb-Gold Töne, die sich leicht orientalisch anmuten. Voller Kraft der Farben. Ganz anders als das erste düstere Bild. Jetzt hat er fertig..... Oder doch nicht? Wer weiß was in den nächsten Tagen passiert.

Die "Macher" von Mubaraks Regime sind ja noch in Amt und Würden. Ein Bild von heimlich verschleppten Regimekritikern will Flitsch noch malen. In der Hoffnung, dass ihn diesmal die Geschichte nicht einholt und er das Bild wieder übermalen kann.

Weitere Infos: http://www.axel-flitsch.de

 

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