Der Künstler Dieter Jonas, der extra aus Freinsheim (Pfalz) angereist war, fand eine sehr treffende Formulierung der Ungerechtigkeiten in der heutigen Rechtsprechung. "Das Opfer muss seinen Anwalt mal erst selber zahlen und die Täter bekommen vom Staat eine Therapie "geschenkt"". (Dieter Jonas aus Freinsheim)
Die Kundgebung begann mit einer Schweigeminute für die Opfer. Anschließend hielt der Organisator der Kundgebung, Bodie Henryk Ambrusch eine sehr berührende Rede. Er erzählte seine eigene Geschichte. Von unzähligen Missbräuchen, bis hin zu seinem Selbstmordversuch. Vor der Bühne herrschte betroffenes Schweigen. Im Anschluss sagte der Nürnberger Künstler Axel Flitsch ein paar wenige Worte.
Er beschrieb einen bekannt gewordenen Missbrauchsfall vom Freitag der letzten Woche und nannte Zahlen zu der Anzahl der Kindestötungen und Missbrauchsfälle in Deutschland. Bei der nächsten Rede von Sabine Pahlke wurde es wieder leise. Auch sie zeigte sich als Missbrauchsopfer und zeigte auf, wie sie selber dieses Thema für sich aufarbeiten. Sie wirkte, als hätte sie ihren Weg gefunden, einen bunten und fröhlichen, einen liebevollen Weg. Nach weiteren Ansprachen von Menschen, die sich engagiert gegen Missbrauch einsetzen, wie Thomas Brauckmann von B.A.C.C.A. e.V., einem Bikerverein der sich für Opfer einsetzt und Wolfgang Müller, der sich mit seinem Internetradio engagiert, folgten die Schlussbeiträge.
Angelika Bartsch, wiederum ein Missbrauchsopfer, prangerte klar das Schweigen der Politik und der Bevölkerung an. Dieter Jonas wiederum fand leise Töne. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mit seiner Mundharmonika spielte er ein Lied. "Hagen Hauptbahnhof - Der Zug, der Kinder schützt."
Der Zug wird weiterfahren, die Planungen für die nächste Kundgebung sind schon im Gange, diesmal wieder von Menschen der unterschiedlichsten Couleur unterstützt. Die Freeway Riders aus Hagen stellen die Ordner, Künstler haben schon fest zugesagt sich zu beteiligen, Musiker werden kommen. Und auch weitere Opfer haben sich in den letzten Tagen, nach der Demo, zu Wort gemeldet. Per Email oder öffentlich. Diese Menschen schreiben oft zum ersten Mal über ihren eigenen Missbrauch.
Viel Erfolg Herr Ambrusch, auf Ihrem Weg "das Schweigen zu brechen!"
Axel Flitsch
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