"Er kann Menschen machen, ... er kann eine Bühnenperson von der anderen abgrenzen, ohne daß er das, was sie ausmacht, definieren müßte", schreibt Elfriede Jelinek über Jossi Wielers Theaterästhetik.
Am offenen Geheimnis seiner Figuren arbeitet der Regisseur im Schauspiel wie in der Oper. Wieler war maßgeblich an der erfolgreichen Theaterarbeit Frank Baumbauers beteiligt - in Basel, Hamburg und München. Seine Jelinek-Inszenierungen schrieben Theatergeschichte. Der Regisseur vergegenwärtigt brisante Vergangenheit, erzählt über Menschen, indem er ihr Sprechen, ihr Bewußtsein, ihr Verhalten mit ironischem Blick in Szene setzt.
Von heute aus entdeckt er alte Stoffe und tradierte Mythen. Daß sich die kritisch bürgerliche Weltsicht des Schweizers Jossi Wieler auch fremde (Theater)Kulturen anverwandeln kann, zeigte sich bei seinen Inszenierungen in Japan. Am Beispiel wichtiger (inter)nationaler Aufführungen soll das Spezifische der Theaterarbeit Jossi Wielers sichtbar werden. Der Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann setzt sich mit dem "Wieler-Stil" in frühen Arbeiten auseinander; Hajo Kurzenberger schildert u. a. die Probenprozesse der Jelinek-Inszenierungen, und die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek schreibt über ihre persönliche Wahrnehmung der Theaterarbeit Jossi Wielers. Der Beitrag seines langjährigen Dramaturgenpartners Tilmann Raabke setzt die Biographie des Regisseurs ins Verhältnis zu seinem szenischen Oeuvre.
Mit Beiträgen von Elfriede Jelinek, Renate Klett, Hajo Kurzenberger, Hans-Thies Lehmann, Tilman Raabke und Helene Varopoulou und der DVD der Inszenierung Rechnitz (Würgeengel) von Elfriede Jelinek an den Münchner Kammerspielen, die mit dem Nestroy-Theaterspreis ausgezeichnet wurde.
Hajo Kurzenberger, geboren 1944, studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Heidelberg und Berlin. Er arbeitet als Dramaturg und Regisseur u.a. in Basel, Berlin, Hamburg und Zürich. Von 1980 bis 2009 war er Professor für Theaterwissenschaft/Theaterpraxis an der Universität Hildesheim.
240 Seiten Zahlr. teils farbige Abb.
Mit der DVD "Rechnitz (Der Würgeengel)", 2008, 108 Min. erscheint Mai 2011 Klappenbroschüre, Fadenheftung ISBN 978-3-89581-226-2 29,90 €
Alexander Verlag:
"Man verlegt entweder Bücher, von denen man meint, die Leute sollen sie lesen, oder Bücher, von denen man meint, die Leute wollen sie lesen." Kurt Wolff
Das erste Buch erschien 1983 in West-Berlin: kurze Gedichte und Wortspiele von Jenny Theunert, einer jungen West-Berliner Autorin. Bald darauf folgte die Neuauflage von Peter Brooks "Der leere Raum", eine der Säulen des Verlags und nach wie vor eines der besten und wichtigsten Bücher über das moderne Theater. Der Programmschwerpunkt des Verlags liegt heute wie damals bei Theater- und Filmbüchern, in denen eher die Theater- und Filmkünstler und Macher als die Theoretiker zu Wort (z. B. in der Reihe Nahaufnahme oder Dominik Graf) kommen, sowie bei ausgewählter Literatur.
Seit 2002 wächst eine Krimireihe (Ross-Thomas-Edition); die 2004 begonnene neunbändige Jörg-Fauser-Edition wurde im März 2009 mit dem 1600 Seiten umfassenden Band "Der Strand der Städte. Gesammelte journalistische Arbeiten" abgeschlossen. In der Regel sind bei der Programmgestaltung die wichtigsten Kriterien mein persönliches Interesse und Begeisterung, gepaart mit einem gewissen Missionarseifer und Mitteilungszwang. Bestseller gibt es keine. Aber einige Titel haben es mittlerweile schon bis zur zehnten Auflage gebracht, in unserem Gewerbe nennt man solche Bücher Longseller. Vor einiger Zeit fragte mich eine "Marketingspezialistin", ob das Verlagsprogramm und meine Art zu arbeiten, etwas mit dem Umstand zu tun haben könnten, dass ich der Sohn eines bildenden Künstlers bin? Natürlich! Seltsam nur, dass mich das vorher nie jemand gefragt hat - und dass mir das selbst nie bewusst war! Seit 2010 unterhält der Verlag ein Büro in Köln, das Bureau de Cologne. Weil mich die Stadt und die Mentalität aufatmen lassen, weil mich das Einzugsgebiet interessiert und weil es von dort nach Benelux und Frankreich nicht weit ist: Eine (immer mögliche spontane) Bahnfahrt von Köln nach Paris über Brüssel dauert nur noch drei Stunden und fünfzehn Minuten. Alexander Wewerka, August 2010
Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg: Die Menschen leiden unter den Folgen des Versailler Vertrags. Das Elsass fällt an Frankreich zurück und zwingt unzählige Deutsche aus ihrer Heimat. Nach dem Tod ihrer Eltern ereilt die junge Elsässerin Monique das gleiche Schicksal. Sie muss ihre Heimat verlassen und zu ihrem Onkel in den Bayerischen Wald ziehen.
[mehr]Freibeuter mit modernen Waffen machen der internationalen Schifffahrt zu schaffen. Regenwald, Meer, Palmen und explosive Stimmung in tropischer Atmosphäre untermalen die Story. Den Leser erwartet das, was einen guten Thriller ausmacht: Nervenkitzel, Action und Spannung während der gesamten Handlung.
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