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16.05.2011 08:31 Uhr
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Eleonore Prochaska

Eleonore Prochaska, vor etwas mehr als 225 Jahren in Potsdam geboren, schloss sich damals 28 jährig als Mann verkleidet dem Lützowschen Freikorps in den Befreiungskriegen gegen Napoleon an und wurde im Kampf schwer verwundet und starb. Als patriotische Freiheitskämpferin wird sie seither als "Preussische Jeanne d'Arc" verehrt.

Eleonore Prochaska ist der Obertitel des Doppelbuches.

Folgende Buchteile sind in diesem Doppelbuch vereint: Eine Erzählung ("Die Trommlerin der Lützower", von Katharina Rothärmel (A)) und ein Mediales Kunstprojekt ("Eine Art Denkmal" von Beate Klompmaker (B)) (A) Katharina Rothärmels Erzählung "Die Trommlerin der Lützower" folgt den Spuren des kurzen Lebens von Eleonore Prochaska (1785-1813). Deutschland im Jahr 1813, das Volk steht auf, ein Sturm bricht los gegen die Napoleonische Fremdherrschaft. Major Freiherr Adolf Ludwig von Lützow formiert im Februar 1813 eine Truppe Freiwilliger, die im Rücken des Feindes operieren soll.

Auch Maria Christine Eleonore Prochaska, Soldatentochter aus Potsdam und Patriotin, schließt sich als Mann verkleidet den Lützowschen Schwarzen Jägern des ersten Bataillons an. Als Trommler August Renz kämpft sie bei der Erstürmung feindlicher Stellungen in der Schlacht an der Göhrde und wird schwer verwundet. Am 5. Oktober 1813 erliegt Eleonore Prochaska in Dannenberg ihren Verletzungen. Zwei Tage später wird sie bestattet. Mit drei Gewehrsalven nehmen die Kameraden Abschied von der Mitkämpferin.

(B) Das Buch "Eleonore Prochaska - Art modernes Denkmal" ist eine kritisch zugewandte Hommage an Eleonore Prochaska von Beate Klompmaker. Sie entwickelt in ihrem medialen Kunstprojekt vielseitige Facetten und illustriert besonders die Brüche und Rollenbilder in der Person Prochaskas. Die Stärke des Buches liegt darin, dass das Portrait der Eleonore, in unterschiedliche Kontexte gestellt, immer wieder aktuelle Bedeutungsebenen erhält. Somit hat die Künstlerin die historische Person neu erfunden (Reenactment). Gründe und Hintergründe der Heldenverehrung werden aufgezeigt.

In dem Sinne ist das Buch auch ein Künstlerbuch, besonders zeigt es sich in der Gestaltung und in der ungewöhnlichen Kombination von Erzählung und medialem Kunstprojekt. Das Doppelbuch ist von zwei Seiten zu lesen. Inhaltlich werden unterschiedliche Perspektiven auf ein Mythosfigur, einer Jeanne d'Arc Figur deutlich. Eleonore Prochaska wird auch die Potsdamer Jeanne d'Arc genann. Diese unterschiedlichen Perspektiven werden auch physisch - man muß das Buch umdehen um die Buchteile zu lesen. In der Mitte des Buches befinden sich die Originalbriefe von Eleonore Prochaska, die sie 1813 an ihren Brüder geschrieben hat. Diese sind jedoch nur zu lesen, wenn man das Buch dreht, und dreht, und dreht....

Zum Kontext:
Katharina Rothärmel wurde im Rahmen des medialen Kunstprojektes "Eleonore ist da! - Bitte bei Prochaska klingeln!" von Beate Klompmaker zu einer Lesung eingeladen. Ihr Buch "Eleonore Prochaska (1785-1813) Die Trommlerin der Lützower", veröffentlichte sie bereits im Jahr 2007.

Katharina Rotha rmel, 71 Jahre alt hatte 14 Jahre Berufsver-bot als Schauspielerin in der DDR (und wusste es zu der Zeit nicht einmal) und hielt sich damals mit Ho rspielen u ber Wasser. Die Ku nstlerin Beate Klompmaker, 38 Jahre lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Im Rahmen des Kunstprojektes wurde der Trauermarsch von Beethoven, den er eigens für Prochaska komponiert hat und die Orginalbriefe neu vertont. (Diese sind auch zu hörenunter: http://www.eleonoreprochaska.de und http://www.YouTube.de) Begleitend ist eine Postkartenedition und ein Tischtuch zu Eleonore Prochaska erschienen.

Kurze Beschreibung des Kunstprojektes:
Vom 25. Juni bis 20. September 2010 zog Eleonore Prochaska im Rahmen eines medialen Kunstprojekts zu der 650-Jahrfeier Neukölln/Rixdorf in die Scheune eines Kolonistenhauses in der Kirchgasse 60 in Böhmisch-Rixdorf ein. In einer Außeninstallation der Künstlerin Beate Klompmaker waren u. a. überlieferte intime Briefe, geschrieben von Eleonore Prochaska an ihren Bruder, und ein eigens für Eleonore Prochaska von Ludwig van Beethoven komponierter Trauermarsch hörbar.

Stationen des Identitätswandels der anmutigen Eleonore Prochaska (Darstellerin Rita Braisch) waren in Form fotografischer Portraits auf Werbeträgern im Berliner Stadtraum, insbesondere in Neukölln, sowie in Köln und in Ustí nad Orlicí in Tschechien zu sehen.

Die Nachfahrin von Eleonore Prochaska ist von Oktober bis Feburar 2011 als Soldatin in Afghanistan im Militäreinsatz. Sie führt mit ihrem Bruder Johann einen Briefwechsel und schildert ihre Erlebnissen als Soldatin. (Dies analog zu den Briefen der Historischen Eleonore Prochaska). Sie ist auch bei Facebook zuhause und führt einen Blog auf der Seite http://www.eleonoreprochaska.de/

Das Projekt fand im Rahmen der 650 Jahre Neukölln-Rixdorf statt, wurde großzügig unterstützt und zog weite Kreise.

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